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UNO fordert "humanitäre Kampfpause"
Erste Ladung Hilfsgüter des Roten Kreuzes in Sanaa gelandet

Jemen: Erste Ladung Hilfsgüter des Roten Kreuzes in Sanaa gelandet
Die erste Maschine brachte 16 Tonnen Medikamente nach Sanaa. FOTO: dpa, ya sw
Sanaa. In Jemens Hauptstadt Sanaa ist am Freitag ein erstes Flugzeug mit Hilfsgütern des Roten Kreuzes gelandet. Es habe 16 Tonnen Medikamente gebracht, sagte eine Sprecherin, am Samstag werde eine zweite Maschine erwartet. Zur Versorgung der notleidenden Menschen forderte die UNO eine "sofortige humanitäre Kampfpause".

"Wir brauchen mindestens einige Stunden pro Tag", sagte der UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten im Jemen, Johannes Van der Klaauw, in Genf. Bei dem Konflikt in dem arabischen Land sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen drei Wochen fast 650 Menschen getötet worden.

Seit Wochen liefern sich schiitische Huthi-Rebellen und verbündete Armeeeinheiten heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der im Februar aus Sanaa nach Aden und von dort weiter nach Saudi-Arabien floh. Auf Drängen Hadis startete Riad Ende März mit verbündeten arabischen Staaten Luftangriffe auf Huthi-Stellungen.

Die Lage in der südlichen Hafenstadt Aden, die seit Tagen von der Allianz bombardiert wird, sei "extrem, extrem besorgniserregend wenn nicht katastrophal", sagte UN-Koordinator Van der Klaauw. Die zweitgrößte Stadt des Landes sei "unkontrollierbaren Milizen" zur Beute gefallen, die sich einen Häuserkampf lieferten.

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Nachdem die schiitischen Huthi-Rebellen den nördlichen Eingang der Stadt erreicht hätten, sei Aden von den bislang intensivsten Bombenangriffen der Militärallianz heimgesucht worden, berichteten Anwohner und Behördenvertreter am Freitag. Die Angriffe hätten um 22.00 Uhr begonnen, auch ein Stadion im Zentrum sei getroffen worden.

Die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Marie-Claire Feghali, sagte, ein erstes Flugzeug mit 16 Tonnen Hilfsgütern - vor allem Medikamente und Operationsbesteck - sei am Freitag in Sanaa gelandet.

Ein zweites Flugzeug mit Sanitätsartikeln, Generatoren und Ausrüstung zur Wasseraufbereitung für die Krankenhäuser in Sanaa werde am Samstag erwartet. Die Hilfe könne über Leben und Tod von Kindern und ihren Familien entscheiden, sagte eine Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks Unicef.

(AFP)
 
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