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Jimmy Savile
BBC-Mitarbeiter wussten von Missbrauch

Jimmy Savile: BBC-Mitarbeiter wussten vom sexuellen Missbrauch
Savile war über Jahrzehnte einer der bekanntesten Moderatoren der BBC. FOTO: dpa, mpc pt ase
London. Viele Mitarbeiter des britischen Senders BBC wussten einer Untersuchung zufolge lange von Vorwürfen gegen den früheren Starmoderator Jimmy Savile wegen sexuellen Missbrauchs, hielten sie aber unter dem Deckel.

Die im Sender herrschende "Kultur der Angst" habe sie aber davon abgehalten, ihre Vorgesetzten zu informieren, heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Report der Juristin Jane Smith. Sie identifizierte 72 Opfer, männliche wie weibliche. Das jüngste war acht Jahre alt.

Savile war über Jahrzehnte einer der bekanntesten Moderatoren der BBC. 2011 starb er. In dem Bericht, den der Sender selbst in Auftrag gab, spricht Smith die BBC von der Verantwortung für Saviles jahrelangen sexuellen Missbrauch frei, was viele seiner Opfer wütend machen dürfte. Savile hatte unter anderem die Sendung "Top of the Pops" moderiert. Inzwischen gilt er als einer der größten sexuellen Serientäter Großbritanniens.

Auch dem Sportmoderator Stuart Hall, ebenfalls ein früherer BBC-Star, wurde sexueller Missbrauch nachgewiesen. Der 86-jährige hatte sich in einem Prozess mehrfacher Übergriffe schuldig bekannt und sitzt seit 2013 im Gefängnis.

117 Mitarbeiter der BBC hatten Smith zufolge von den Gerüchten um Savile gehört. Doch sie habe herausgehört, dass Savile mit Samthandschuhen angefasst und kaum behelligt worden sei. BBC-Direktor Tony Hall entschuldigte sich bei den Opfern. "Was uns dies lehrt, ist, dass Ruhm Macht bedeutet". Und wie jede Macht müsse auch diese überprüft werden. Das sei leider nicht geschehen.

(gol/ap)
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