Inzest-Fall in Amstetten: Josef Fritzl könnte schnell wieder auf freiem Fuß sein
zuletzt aktualisiert: 18.07.2008 - 16:28Düsseldorf (RPO). Wenn Josef Fritzl Glück hat, erwarten ihn eventuell nur zehn Jahre Gefängnis. Da seine ältesten Kinder sehr wahrscheinlich nicht gegen ihn Aussagen wollen, fehlen der Anklage Beweise, berichtet die "Times".
Die Aussagen der Kinder sollten die Angaben ihrer Schwester Elisabeth (42) und ihrer Mutter Rosemarie (69) stützen. Die drei anderen Kinder sind noch minderjährig und dürfen, laut "Times", daher noch nicht vor Gericht aussagen. Eine Besonderheit der österreichischen Justiz.
Das Verfahren gegen Fritzl soll im Herbst beginnen. Fritzl werden mehrere Straftaten vorgeworfen: Vergewaltigung, Inzest und Freiheitsberaubung.
Nach österreichischem Recht werden die Strafen für diese einzelnen Vergehen jedoch nicht addiert. Die Anzahl der Jahre, die Fritzl im Gefängnis verbingen wird, richtet sich dagegen nur nach der Höchststrafe. Sitzt er diese ab, sitzt er auch gleichzeitig alle anderen Strafen ab.
Das bedeutet, dass der 73-Jährige schon nach 10 oder 15 Jahren wieder auf freiem Fuß sein könnte. Dies wäre dann der Fall, wenn Fritzl nur wegen Vergewaltigung verurteilt würde.
Bei einer Verurteilung wegen Mordes würde Fritzl eine lebenslange Haftstrafe drohen. Daher prüft die Staatsanwaltschaft, ob man Fritzl wegen Mordes oder Totschlags zur Verantwortung ziehen kann.
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