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Jozef Wesolowski
Ex-Vatikanbotschafter starb offenbar eines natürlichen Todes

Jozef Wesolowski: Autopsie ergibt offenbar natürlichen Tod
Wesolowski war wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. FOTO: ap, AL AP
Vatikanstadt. Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte ehemalige polnische Erzbischof und Vatikanbotschafter Jozef Wesolowski ist offenbar eines natürlichen Todes gestorben. Erste Autopsieergebnisse deuteten auf Herzprobleme des 67-Jährigen hin, teilte der Vatikan am Samstag mit. In den kommenden Tagen werde die Staatsanwaltschaft die weiteren Resultate von Routine-Labortests erhalten.

Wesolowski war Anfang Juli wegen einer schweren Erkrankung auf die Intensivstation eines Krankenhauses in Rom eingeliefert worden - nur einen Tag später sollte im Vatikan sein Prozess wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beginnen. Der erste Pädophilie-Prozess im Vatikan überhaupt musste deshalb nach nur wenigen Minuten vertagt werden.

Eine Trauerfeier für Wesolowski ist für Montag geplant, wie der Vatikan weiter mitteilte. Anschließend soll der Leichnam nach Polen überführt werden. Dies habe die Familie des Verstorbenen gewünscht.

Wesolowski war nach seiner Festnahme im September 2014 zunächst unter Hausarrest gestellt worden. Nach Angaben des Vatikans kam die Anordnung dazu von Papst Franziskus persönlich. Die Glaubenskongregation hatte Wesolowski zuvor bereits in den Laienstand versetzt - das ist die Höchststrafe der Kirche. Franziskus sprach sich jedoch auch für strafrechtliche Ermittlungen gegen Wesolowski aus.

Der Prozess gegen den einstigen Geistlichen war eine Premiere im Vatikan. Sie zeigt die härtere Linie, die Papst Franziskus gegen Kindesmissbrauch durch Geistliche verfolgt.

(AFP)
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