Jamaika: Jugendlicher nimmt Crewmitglieder als Geiseln
zuletzt aktualisiert: 20.04.2009 - 14:12Kingston (RPO). Bis zu sechs Besatzungsmitglieder eines kanadischen Charterflugzeugs sind auf Jamaika von einem bewaffneten Jugendlichen als Geiseln genommen worden. Innenminister Daryl Vaz beschrieb den Täter als psychisch gestört.
Der etwa 20-jährige Jamaikaner verlange, nach Kuba geflogen zu werden, sagte Vaz dem Fernsehsender CNN. Sicherheitskräfte umstellten die Boeing 737 auf der Rollbahn des Flughafens von Montego Bay, sagte eine Polizeisprecherin.
Die Maschine der Gesellschaft CanJet landete nach Polizeiangaben am späten Sonntagabend aus Kanada kommend mit 159 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern auf dem Flughafen. Wenig später durchbrach der Bewaffnete die Sicherheitskontrollen und drang in die Maschine ein. Er ließ die Mehrzahl der Menschen an Bord unverletzt frei, sechs Besatzungsmitglieder behielt er laut Polizei als Geiseln.
Widersprüchliche Angaben
Zur Zahl der Menschen an Bord und der Geiseln lagen indes widersprüchliche Angaben vor: Innenminister Vaz hatte zuvor von fünf Geiseln gesprochen, die Fluggesellschaft erklärte, 174 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder seien an Bord gewesen.
Vaz sagte, der Vater des Geiselnehmers unterstütze die Verhandlungen der Behörden mit seinem Sohn. Ministerpräsident Bruce Golding eilte zum internationalen Flughafen des Badeorts Montego Bay und sprach mit den freigelassenen Passagieren.
Der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper, der sich auf dem Rückweg vom Amerika-Gipfel in Trinidad zu einem eintägigen Besuch in Jamaika aufhielt, beobachte die Entwicklung, erklärte sein Büro laut einer Meldung der Nachrichtenagentur CP. Die Maschine sollte gemäß Flugplan über Santa Clara auf Kuba nach Kanada zurückkehren.
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