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Birma: Junta erlaubt weitere US-Hilfslieferungen

zuletzt aktualisiert: 13.05.2008 - 10:28

Köln (RPO). Die Militärjunta in Birma hat am Dienstag die Lieferung weiterer Hilfsgüter zugelassen. Von Thailand aus startete ein US-Militärflugzeug mit Lebensmitteln nach Rangun, eine weitere Maschine sollte noch im Laufe des Tages folgen, wie US-Militärsprecher Douglas Powell mitteilte.

Im staatlichen Fernsehen dämpfte der birmanische Marine-Befehlshaber, Konteradmiral Soe Thein, allerdings die Hoffnung auf das uneingeschränkte Anlaufen der Operation "Joint Task Force Caring Relief". Er sagte, die Grundbedürfnisse würden erfüllt und "fachkundige Helfer" seien "nicht erforderlich".

Mit dem ersten Hilfsgüterflug am Montag war der US-Befehlshaber der Pazifik-Streitkräfte, Admiral Timothy Keating, mit nach Rangun geflogen. Er hoffte, die Junta zu einer Öffnung der Grenzen für ausländische Helfer bewegen zu können. Nach seinen Gesprächen teilte er mit, es gebe lediglich ein Übereinkommen, dass die Militärregierung die ausländischen Angebote zur Hilfe prüfen werde.

Malteser: Lage chaotisch

Nach Angaben des Malteser Hilfsdiensts ist die Lage in den Krisengebieten Birmas weiter dramatisch. "Im Moment ist es noch Chaos", sagte der Einsatzleiter des Malteser Hilfsdienstes International, Ingo Radtke, am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Allerdings gebe es einen guten Austausch zwischen den Organisationen vor Ort, "so dass die Lage für uns langsam klarer wird".

Die Helfer der Organisation würden vor Ort von den Hilfsbedürftigen freudig begrüßt. Auch die Behörden vor Ort nähmen die Hilfe gerne an: "Wir haben sofort mit der Arbeit begonnen in einem Kloster mit 8000 Menschen." Außerdem setze der Hilfsdienst Mobilkliniken ein.

Radtke versicherte, die aus deutschen Spenden finanzierten Hilfsgüter würden sorgsam verteilt und verwaltet: "Die deutschen Hilfsorganisationen, das sind alles Fachleute. Und wir garantieren auch, dass die Hilfe da ankommt, wo sie hinkommen soll."

Junta behindert Helfer

Trotz der dramatischen Situation der Zyklon-Opfer in Birma verweigert die Militärregierung vielen ausländischen Helfern aber nach wie vor die Einreise. Die Bedürfnisse der Überlebenden des Wirbelsturms seien erst einmal gestillt worden, sagte Vizeadmiral Soe Thein laut einem Bericht der Zeitung "New Light of Myanmar" vom Dienstag. Sein Land sei dankbar für die Hilfslieferung aus den USA, fügte er hinzu. "Die Gabe wird die Freundschaft zwischen den Regierungen, Armeen und Völkern beider Länder verstärken." Dem Junta-Vertreter zufolge braucht Birma aber keine ausländischen Helfer, sondern vielmehr Hilfslieferungen und Geld.

Ein erstes US-Militärflugzeug mit Hilfsgütern war am Montag in Birma gelandet, zwei weitere sollten am Dienstag eintreffen. Trotz des verheerenden Ausmaßes der Wirbelsturmkatastrophe hat die Junta bisher nur vereinzelt ausländische Hilfe angenommen und wenige Helfer ins Land gelassen.

Im Auftrag der Bundesregierung flog am späten Montagabend ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) nach Birma. Die zwölf Trinkwasserexperten starteten mit einer Linienmaschine von Frankfurt am Main nach Rangun. Den Experten folgt eine vom Auswärtigen Amt gecharterte Frachtmaschine mit vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Diese können sauberes Wasser für täglich 40.000 Menschen produzieren. Das Auswärtige Amt finanziert den Einsatz mit 600.000 Euro.

Quelle: ap

 
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