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Ungewöhnliche Kältewelle in den USA
Vor Boston erfrieren die Haie im Meer

Kältewelle in Übersee: Vor der US-Ostküste erfrieren Haie im Meer
In der Bucht von Cape Cod treibt Eis. FOTO: afp, se
Cape Cod. Seit Tagen ächzen Mensch und Tier an der Ostküste der USA unter einer historischen Kältewelle. Bislang sind 16 Menschen gestorben. Auch die Tierwelt leidet stark. Im Meer erfrieren Haie. Leguane fallen steif gefroren von den Bäumen.

Die Organisation "Atlantic White Shark Conservancy" zeigt auf ihrer Facebook-Seite Fotos von erfrorenen Haien vor Cape Cod nahe Boston an den US-Ostküste. Bislang seien mindestens drei Fuchshaie der tödlichen Kälte zum Opfer gefallen. Schon letzte Woche war ein vier Meter langes Tier am Strand angespült worden. Die Mitarbeiter der AWSH konnten nur noch den Tod des Tieres feststellen und den Kadaver bergen. Meeresbiologe Greg Skomal erklärte in der "New York Times", dass die "Kiemen in der kalten Luft sehr schnell einfrieren". 

Derweil ist es im US-Sonnenstaat Florida so kalt, dass Leguane erstarren und von den Bäumen fallen. Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes fiel das Thermometer am Donnerstag in Teilen des Südens auf fünf Grad Celsius. Kaltblüter wie Grüne Leguane werden schon bei zehn Grad träge, erklärt die Expertin Kristen Sommers von der Florida Fish und Wildlife Conservation Commission. Wenn es noch kälter wird, erstarren sie sozusagen. "Es ist für sie zu kalt, um sich bewegen zu können."

Getting the shark in the right position today required creating some shark-snow-angels.

Posted by Atlantic White Shark Conservancy on Freitag, 29. Dezember 2017

Leguane fallen in Florida von den Bäumen

Wohlmeinenden Anwohnern empfahl sie, die Leguane besser nicht anzufassen - sie könnten sich bedroht fühlen und  zubeißen. "Gehen Sie nicht davon aus, dass sie tot sind", sagte Sommers.

Ein erfrorener Leguan liegt in Boca Raton (Florida) am Rande eines Pools. FOTO: dpa, lil abl

Der "Bombenzyklon" genannte Wintersturm an der Ostküste der USA hat die Region immer noch fest im Griff: Vier weitere Menschen starben in den südöstlichen Bundesstaaten North und South Carolina, wo die Kälte die Straßen in Eispisten verwandelte und tausende Flüge gestrichen werden mussten. Für das Wochenende sagte der US-Wetterdienst Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sowie eisige Winde voraus.

Bombenzyklon fordert bereits 16 Menschenleben

Wegen des Sturms mit heftigen Schneefällen wurden insgesamt mehr als 4000 Flüge gestrichen. Die Start- und Landebahnen an den New Yorker Flughäfen La Guardia und John F. Kennedy wurden zwischenzeitlich geschlossen. Air France sagte alle Flüge von Paris nach New York und Boston am Freitag ab.

In Virginia und North Carolina waren laut Nachrichtensender CNN etwa 30.000 Menschen ohne Strom. Auch in den Städten New York und Boston kam es zu Stromausfällen. Die Temperaturen im Norden des US-Bundesstaats New York sanken so tief, dass die Niagarafälle an der Grenze zu Kanada teilweise gefroren.

Während der Schneefall in der Nacht zu Freitag nachließ, blieben die Temperaturen im östlichen Drittel der USA weiterhin frostig, bei Windböen und bis zu minus 29 Grad Celsius. Meteorologen nennen das aktuelle Wetterphänomen einen "Bombenzyklon". Damit beschreiben sie den plötzlichen Abfall des Luftdrucks, der zu orkanartigen Winden führt.

Durch die Kältewelle, die große Teile der USA erfasst hat, sollen inzwischen insgesamt 16 Menschen ums Leben gekommen sein.

Mit Material der Agenturen ap und dpa.

(felt)
 
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