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Staatsanwaltschaft schließt Akten: Kampusch-Entführer hatte keine Mitwisser

zuletzt aktualisiert: 08.01.2010 - 15:13

Wien (RPO). Die Ermittler im Entführungsfall der Österreicherin Natascha Kampusch gehen von einem Einzeltäter aus. Es sei auszuschließen, dass Wolfgang Priklopil Komplizen oder Mitwisser hatte, sagte der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft von Wien, Werner Pleischl, am Freitag bei der Vorstellung neuer Ermittlungsergebnisse. Auch der Verdacht gegen Priklopils Freund Ernst H. habe sich nicht erhärtet.

 Foto: ORF/Ali Schafler
Foto: ORF/Ali Schafler

Die Staatsanwaltschaft sei "sicher, dass es keine Mittäter gab", sagte auch der Leiter der Ermittlungen, Ernst Geiger, laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA vor der Presse in Wien. Die Staatsanwaltschaft schloss den Fall damit engültig ab.

Kampusch war 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt worden. Nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft konnte sie am 23. August 2006 aus dem Haus ihres Peinigers fliehen, ihr Entführer Wolfgang Priklopil nahm sich noch am selben Abend das Leben. Aufgrund von Vorwürfen wegen früherer Ermittlungspannen hatten Bundeskriminalamt und Staatsanwaltschaft die Untersuchungen im Oktober 2008 wieder aufgenommen. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob Priklopil alleine gehandelt hatte.

Im Verhör widerrief sein Freund H. im vergangenen November frühere Aussagen und gestand unter anderem, dass Priklopil ihm kurz vor dem Selbstmord von der Entführung berichtet habe. Dass H. an der Tat beteiligt war, schlossen die Ermittler nun aber aus.

Im Zuge der neuen Ermittlungen befragte die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben 110 Menschen, 30 davon als Zeugen. Auch DNA-Spuren aus Priklopils Haus, in dem er Kampusch gefangenhielt, deuteten nicht auf weitere Täter hin. Kampusch hatte selbst stets die Existenz von Mittätern zurückgewiesen.

Geiger bedauerte erneut die Ermittlungspannen seiner Beamten nach der Entführung. Dass Hinweisen auf Priklopil nicht nachgegangen wurde, sei "in der Hektik der Ereignisse passiert", sagte er laut APA. "Das war ein großer Fehler." Nach Abschluss der neuen Untersuchungen halte er den Fall aber für geklärt. Kampusch begrüßte ihrerseits das Ende des Verfahrens. Sie wünsche sich nun, dass diese "haarsträubenden Gerüchte" über Mittäter ein Ende finden, erklärten laut APA die Berater der heute 21-Jährigen.

Quelle: AFP/awei

 
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