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Umstrittene Partnervermittlung
"Karawane der Frauen" stößt in Spanien auf viel Kritik

"Karawane der Frauen" stößt in Spanien auf viel Kritik
Rund 55 Frauen, die aus der rund 350 Kilometer entfernten Hauptstadt Madrid in Bussen gebracht worden waren, trafen sich am Samstagabend nahe der Gemeinde Mérida im Westen des Landes mit Männern der Region, die für die Teilnahme 50 Euro hatten zahlen müssen. FOTO: dpa, ms cmm lb hpl
Madrid. Dutzende Frauen aus Madrid wurden in Bussen in die spanische Provinz gefahren, um einsamen und zahlenden Männern Gesellschaft zu leisten. Eine ganz normale Partnervermittlungsaktion, meinen die Veranstalter. Frauenverbände und politische Parteien sehen das anders.

Trotz heftiger Kritik von Frauenverbänden und politischen Parteien hat in der spanischen Provinz eine umstrittene Partnervermittlungsaktion stattgefunden. Rund 55 Frauen, die aus der rund 350 Kilometer entfernten Hauptstadt Madrid in Bussen gebracht worden waren, trafen sich am Samstagabend nahe der Gemeinde Mérida im Westen des Landes mit Männern der Region, die für die Teilnahme 50 Euro hatten zahlen müssen.

Der Körper der Frau werde in Mérida zur Ware erniedrigt, hatte der Frauenverband Malvaluna protestiert, während die Linkspartei Podemos geklagt hatte, die Veranstaltung gleiche einem Viehmarkt. Die beiden Veranstalter der sogenannten "Karawane der Frauen" - ein Hotel und eine Agentur - beteuerten, es handele sich um eine ganz normale Partnervermittlungsaktion, mit der man vor allem einsamen Männern helfen wolle, die von der Landflucht betroffen seien.

Empörung hatte vor allem die auf der Homepage des veranstaltenden Hotels prominent platzierte Werbung ausgelöst. Den ersten 55 sich einschreibenden Männern war da die "Begleitung von ledigen Mädchen während des Essens, des Dinners und in der Diskothek garantiert" worden.

Einige der teilnehmenden Frauen meinten gegenüber Medien, man tue nichts Schlechtes, wolle nur Spaß haben und eventuell einen Freund oder einen Gatten finden. FOTO: dpa, ms cmm lb hpl

"Das erweckt den Eindruck, als ob Männer eine Frau nicht zu erobern brauchen und dass man die Begleitung einer Frau kaufen kann", meinte der Männerverband für Geschlechtergleichheit Ahige.

Einige der teilnehmenden Frauen meinten gegenüber Medien, man tue nichts Schlechtes, wolle nur Spaß haben und eventuell einen Freund oder einen Gatten finden. Obwohl die Veranstalter den Vorwurf der verdeckten Prostitution energisch zurückwiesen, teilte die Regierung der Autonomen Gemeinschaft Extremadura an der Grenze zu Portugal mit, man werde einen Bericht der für Frauen zuständigen regionalen Behörde abwarten, um dann über mögliche Maßnahmen zu beraten.

(dpa)
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