Friedensnobelpreisträger: Kein Besuch für Liu Xiaobo
zuletzt aktualisiert: 17.12.2010 - 17:59Peking (RPO). Die Familie des chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo darf den inhaftierten Dissidenten nach eigenen Angaben nicht im Gefängnis besuchen. Die Gefängnisverwaltung habe dies der Familie kürzlich mitgeteilt, sagte Lius Bruder Liu Xiaoguang am Freitag einer in Hongkong ansässigen Menschenrechtsorganisation.
Ein solcher Schritt widerspräche chinesischem Recht, das allen Häftlingen einen Angehörigenbesuch pro Monat gestattet.
Lius Frau Xia stehe weiter unter Hausarrest, erklärten ihr Vater und ihr Schwager dem Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie. Ihr Vater sagte, er und seine Frau dürften Liu Xia nicht besuchen. Seine Tochter dürfe das Haus nicht einmal zum Einkauf von Lebensmitteln verlassen. Liu Xias Zugang zum Internet und ihre Mobilfunkverbindung wurden bereits kurz nach der Bekanntgabe der Entscheidung des Nobel-Komitees Mitte Oktober unterbrochen.
Der Bruder des Bürgerrechtlers sagte, seine Brüder hätten noch keinen einzigen Brief des Inhaftierten erhalten. Die Menschenrechtsorganisation erklärte dazu, das Gefängnis beschlagnahme die Briefe vermutlich.
Liu Xiaobo verbüßt derzeit eine Haftstrafe und durfte vor einer Woche nicht zur Nobelpreisverleihung nach Oslo reisen. Sein Stuhl blieb leer. Die kommunistische Führung in Peking hat die Ehrung für Liu scharf kritisiert.
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