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Soldaten und Polizisten auf Patrouille in Toulouse
  Foto: dpa, Xavier De Fenoyl
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Polizei sucht den Serien-Mörder von Toulouse: Kein Phantombild und keine Fingerabdrücke

zuletzt aktualisiert: 20.03.2012 - 17:29

Paris (RPO). Frankreich hat den Serien-Mörder von Toulouse und Montauban zum Staatsfeind Nummer eins erklärt: Sieben Menschen hat der Täter an drei verschiedenen Tatorten erschossen, zuletzt am Montag drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule. Doch der Unbekannte, den alle Polizeieinheiten im Raum um die südfranzösische Großstadt Toulouse jagen, hat bisher kaum Spuren hinterlassen.

Und so arbeiten die Ermittler fieberhaft an einem Profil des Serien-Täters, der - so die Angst - erneut zuschlagen könnte.

Ein Phantombild des Täter gibt es bisher nicht, denn der Unbekannte, der stets mit einem gestohlenen Motorroller flüchtete, nahm seinen Helm nie ab. Trotz der Videoüberwachung in Toulouse und im etwa 50 Kilometer entfernten Montauban konnten die Ermittler daher bisher nur schemenhafte Umrisse des Mannes zeichnen, der mittelgroß sein soll und dunkel gekleidet war.

Eine Zeugin, die den Täter aus der Nähe sehen konnte, will eine Tätowierung im Gesicht erkannt haben. Weder Fingerabdrücke noch DNA-Spuren fanden die Ermittler bisher.

Das mögliche Motiv und das psychologische Profil des Täters rücken damit bei den Ermittlungen in den Vordergrund. Viele Ermittler, die von "Profilern" der Polizei unterstützt werden, sind sich darin einig, dass der Täter äußerst entschlossen, berechnend, kaltblütig, sportlich und vertraut im Umgang mit Waffen ist.

Zudem filmte der Unbekannte offenbar seine Taten: Ein Zeuge sah eine kleine Kamera, die der Mörder "um seine Brust geschnallt hatte", wie Innenminister Claude Guéant am Dienstag berichtete.

Zwar wird in Ermittlerkreisen nicht ausgeschlossen, dass es sich auch um einen Psychopathen oder einen islamistischen Einzeltäter handeln könnte. Als besonders wahrscheinlich gilt jedoch die These, dass der Täter ein Soldat oder Ex-Soldat sein könnte, der zugleich Ausländerfeind oder Rassist und Antisemit ist.

Eine ausgeprägt neonazistische Gesinnung sehen die Ermittler allerdings nicht hinter den Attentaten. Neben den vier jüdischen Opfern in der Schule in Toulouse hatte der Täter in den Tagen zuvor drei Fallschirmjäger der französischen Armee erschossen, die alle nordafrikanischer Abstammung waren.

"Das riecht nach Militär, das ist ein Profi oder ein früherer Profi", sagen Ermittler. Andere sehen auch in seiner "perfekten Waffenkenntnis", seinem "Umgang" mit den Waffen und seiner Selbstkontrolle einige Anzeichen dafür, dass der Schütze einen militärischen Hintergrund haben könnte.

Der Unbekannte schoss in allen Fällen mit einer Waffe vom Kaliber 11,43 Millimeter, in der jüdischen Schule auch mit einer zweiten, kleineren Pistole. Andere Ermittler weisen aber auch darauf hin, dass es mit der Zielgenauigkeit des Täters nicht so weit her sei. Trotz der geringen Distanz zu den Opfern seien einige Schüsse daneben gegangen.

Geprüft wird auch die Terrorismus-Spur. Doch nach Angaben aus Ermittlerkreisen wird ein Terrorakt einer ausländischen Gruppe wie Al-Kaida eher ausgeschlossen. Sollte es sich bei dem Täter um einen Islamisten handeln, dann glauben die Ermittler eher an einen radikalisierten Einzeltäter aus Frankreich.

Auch ein Akt einer linksextremen oder neonazistischen Terrorgruppe ist nicht die Annahme, die im Vordergrund steht. Dass sich die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft in Paris eingeschaltet hat, erklären Justizkreise damit, dass durch die mörderische Serie "ein Klima der Einschüchterung und des Terrors" entstanden sei.

Quelle: AFP
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