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Nach Uni-Massaker in Kenia
Bewaffnete schützen Christen bei Ostermesse

Kenia: Bewaffnete schützen Christen bei Ostermesse
Bewaffnete Männer bewachen den Eingang zur Kirche. FOTO: dpa
Nairobi . Trotz des Massakers an christlichen Studenten mit 148 Toten haben Christen in der kenianischen Stadt Garissa am Sonntag die Ostermesse gefeiert. Bewaffnete Sicherheitskräfte bewachten die Kirche. Inzwischen wurde bekannt: Einer der Attentäter ist der Sohn eines Regierungsbeamten.

In Kenia hat am Sonntag eine dreitägige Staatstrauer für die 148 Opfer eines Massakers militanter Islamisten in der Universität von Garissa begonnen. Im ganzen Land wehten Fahnen auf halbmast und Gläubige gedachten in den Ostergottesdiensten der Toten.

In Garissa hielten Christen unter starken Sicherheitsvorkehrungen einen Ostergottesdienst ab. Die Predigt am Sonntag stand ganz unter dem Eindruck der Tragödie vom Donnerstag. Bischof Joseph Alessandro dankte den Gläubigen, dass so viele gekommen seien. Er las Beileidsbekundungen aus aller Welt vor.

Gläubige beteten, weinten und sangen. Sicherheitskräfte bewachten die katholische Kirche von außen. Das Gotteshaus selbst war vor mehreren Jahren ebenfalls Ziel eines Anschlags von Extremisten geworden, damals wurden einige Gläubige verletzt. Am selben Tag griffen Radikale in der Stadt eine zweite Kirche an, dabei starben 17 Menschen.

Kenianische Christinnen beten für die Opfer des Uni-Massakers. FOTO: dpa

Auch Papst Franziskus erinnerte während seiner Osterbotschaft an das Schicksal verfolgter Christen und dabei insbesondere auch an die in Kenia getöteten Studenten: "Den siegreichen Jesus bitten wir, die Leiden unserer vielen Brüder und Schwestern zu lindern, die seines Namens wegen verfolgt werden."

Die somalische Terrormiliz Al-Shabaab hatte am Donnerstag 148 Menschen in der Universität der Stadt Garissa getötet. Die meisten von ihnen waren christliche Studenten. Vier Angreifer wurden nach einer 16 Stunden dauernden Belagerung getötet, die Männer sprengten sich der Regierung zufolge selbst in die Luft.

Al-Shabaab – Die islamistischen Terroristen in Ostafrika FOTO: afp, JAN GRARUP

Ein Angreifer ist der Sohn eines Regierungsbeamten

An dem Attentat war auch der Sohn eines kenianischen Regierungsbeamten beteiligt. Dies bestätigte Regierungssprecher Mwenda Njoka am Sonntag. Der Anwalt Abdiram Abdullahi war demzufolge von seinem Vater als vermisst gemeldet worden. "Zum Zeitpunkt des Angriffs wurde nach ihm gesucht. Sein Vater hat die Sicherheitsbehörden unterstützt", sagte Njoka.

Der Sprecher bestätigte aber nicht, dass Abdullahi einer der vier getöteten Attentäter sei. Die Zeitung "The Star" meldete, dass Einwohner in Garissa die Leiche des jungen Mannes erkannt hatten. Sein Vater ist dem Bericht zufolge Landrat im Landkreis Mandera. Dieser liegt im äußersten Nordosten Kenias; am Dreiländereck zwischen Kenia, Somalia und Äthiopien.

Präsident Uhuru Kenyatta hatte am Samstag den Attentätern und Hintermännern mit schweren Konsequenzen gedroht. "Unsere Vorfahren sind für diese Nation gestorben", sagte Kenyatta in einer aus seinem Amtssitz übertragenen Rede. "Wir werden alles tun, um unsere Art zu leben zu verteidigen."

Fünf Verdächtige wurden nach Angaben der Behörden festgenommen. Mehr als 100 Verletzte werden in Krankenhäusern in Garissa und Nairobi behandelt. Etwa 500 überlebende Studenten des Anschlag verließen Samstag Garissa in Bussen, um zu ihren Familien zurückzukehren. Die Bevölkerung spendete Nahrungsmittel, Kleider und Geld für die Opfer. Das Rote Kreuz rief in Garissa zu Blutspenden auf. Die Universität bleibt auf Anweisung der Regierung geschlossen.

(dpa)
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