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Terror-Überfall
Kenianische Behörden: Bis zu 150 Tote bei Massaker in Universität

Kenianische Behörden: Bis zu 150 Tote bei Massaker in Universität
Die Moschee der Universität von Garissa war am Donnerstagmorgen attackiert worden. FOTO: dpa
Nairobi. Die kenianischen Behörden haben am Donnerstag in einem mehrstündigen Einsatz einen Terrorüberfall auf eine Universität beendet. Nach ihren Angaben wurden von Extremisten der somalischen Al-Shabaab bis zu 150 Menschen getötet. Sicherheitskräfte hätten vier Angreifer erschossen.

Kämpfer der vorwiegend im Nachbarland Somalia agierenden Shebab-Miliz hatten den Campus am Morgen gestürmt und nach eigenen Angaben gezielt christliche Studenten getötet oder als Geiseln genommen.

Zeugen zufolge hatten die Täter am frühen Donnerstagmorgen die Moschee der Universität von Garissa attackiert und wahllos auf die Anwesenden geschossen. Später drangen sie offenbar in die Schlafsäle vor. Bis zum Mittag seien 195 Studenten gerettet worden, hieß es. Es könnten aber noch zahlreiche Menschen in der Gewalt der Extremisten sein, sagte Innenminister Joseph Nkaissery. Nach 535 Studenten werde gesucht.

Die Extremisten kontrollierten offenbar noch ein Wohnheim der Universität. Unter den Geiseln soll auch der Vize-Rektor der Universität sein. Die somalische Terrormiliz Al-Shabaab bekannte sich zu dem Angriff. Ein ranghoher Sprecher der Gruppe sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um "eine heilige Operation" mutiger Al-Shabaab-Kämpfer gehandelt. Weitere Details wollte der Mann, der sich in der Region Lower Juba im Süden Somalias aufhält und anonym bleiben wollte, nicht nennen. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht.

Präsident Uhuru Kenyatta ruft zur Wachsamkeit auf

"Die Angreifer haben sich den Weg zum Haupttor der Universität Garissa gebahnt, indem sie die Sicherheitskräfte am Eingang gegen 5.30 Uhr niedergeschossen haben", hieß es in einer Polizeimitteilung. Anschließend sei es zu schweren Schusswechseln gekommen. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, dem Gelände fernzubleiben.

Al-Shabaab – Die islamistischen Terroristen in Ostafrika FOTO: afp, JAN GRARUP

"Jeder im Land ist dazu aufgerufen, wachsam zu sein, während wir unseren Feinden entgegentreten", hieß es in einer Mitteilung des Präsidenten Uhuru Kenyatta. Der deutsche Vizebotschafter in Kenia, Friedo Sielemann, erklärte: "Deutschland verurteilt diese schreckliche Terrorattacke auf die Universität Garissa - einen Ort des Lernens und der persönlichen Entwicklung - auf das Schärfste." Die Bundesrepublik werde dem Land im Kampf gegen den Terrorismus in Ostafrika solidarisch zur Seite stehen.

Die Al-Shabaab verübt seit Jahren immer wieder Anschläge in Kenia, weil das Land mit Truppen gegen die Extremisten im Einsatz ist. Erst im Dezember hatten Unbekannte eine Granate in ein Café in Garissa geworden und zwei Menschen verletzt. Im April 2013 attackierten vier Männer ein Hotel in der Stadt und töteten sechs Menschen. Auch in Nairobi schlugen Terroristen bereits zu. Bei einem Angriff auf das Einkaufszentrum Westgate in der kenianischen Hauptstadt waren im September 2013 mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen.

(dpa/AFP)
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