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Bericht der SOS-Kinderdörfer
Zahl der Zwangs-Kinderehen in Flüchtlingslagern steigt

Kinderehen in Flüchtlingslagern steigen laut SOS-Kinderdörfern an
Kinder im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari. FOTO: Thomas Reisener
München. Immer mehr Kinder in Flüchtlingslagern werden zur Ehe gezwungen. Das teilt die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer mit und fordert ein Verbot.

Vor allem bei Mädchen aus Syrien sei die Anzahl der Kinderehen stark gestiegen, teilte die Hilfsorganisation am Freitag mit. Vor dem Syrienkrieg seien bei 13 Prozent aller syrischen Hochzeiten einer oder beide Ehepartner jünger als 18 Jahre gewesen. Nun seien es über 51 Prozent. Zwangsehen hätten besonders in Flüchtlingslagern in Jordanien, im Libanon, im Irak und in der Türkei zugenommen.

Die Leiterin der SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten, Alia Al-Dalli, forderte verstärkte Aufklärungsmaßnahmen und das gesetzliche Verbot von Ehen von Minderjährigen. Sie verwies auf häufige Folgen von Kinderehen wie Schulabbruch, soziale Isolierung, sexuellen Missbrauch und häusliche Gewalt.

(hebu/dpa)
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