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Von Mitgefangenem verletzt: Kindermörder verklagt Gefängnisverwaltung

zuletzt aktualisiert: 31.07.2010 - 15:50

London (RPO). Nach dem Angriff eines Mitgefangenen verklagt ein wegen Mordes an zwei kleinen Mädchen zu lebenslanger Haft verurteilter Brite die Gefängnisverwaltung. Ian Huntley fühle sich in der Haft nicht ausreichend geschützt, teilte das britische Justizministerium am späten Freitagabend in London mit.

Dem 36-Jährigen war im März ein Mitgefangener mit einer Rasierklinge an die Kehle gegangen. Huntley wurde im Hochsicherheitsgefängnis Frankland in der Grafschaft Durham von einer Wache in einer Blutlache liegend gefunden. Es war nicht der erste Angriff auf den Kindermörder, der in der Haft mindestens drei Selbstmordversuche beging.

Laut einem Bericht der Zeitung "Daily Mail" könnte Huntley fast 100. 000 Pfund (etwa 120.000 Euro) Entschädigung verlangen. Zusammen mit Anwalts- und Gerichtskosten könne die Klage den Staat mehr als eine Million Pfund kosten.

Huntley war 2003 wegen des Mordes an den beiden Zehnjährigen Holly und Jessica zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt worden. Der Fall hatte Großbritannien erschüttert und weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Huntley, der als Hausmeister an der Schule der Opfer im Osten Englands gearbeitet hatte, hatte den Tod der Kinder während des Prozesses als Unfall dargestellt und behauptet, er habe die im August 2002 verschwundenen Mädchen aus Versehen ertränkt und erstickt.

Seine Ex-Freundin Maxine Carr saß wegen Behinderung der Justiz 21 Monate im Gefängnis, sie hatte Huntley ein falsches Alibi gegeben. Carr kam 2004 frei und erhielt eine neue Identität.

Quelle: AFP/nbe

 
 
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