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Nobelpreisträger Satyarthi
Weltweit bis zu 500.000 Kindersoldaten im Einsatz

Gewehr statt Spielplatz: Kindersoldaten weltweit im Einsatz
Gewehr statt Spielplatz: Kindersoldaten weltweit im Einsatz FOTO: AP
Genf. Nach Einschätzung des Friedensnobelpreisträgers Kailash Satyarthi sind weltweit bis zu 500.000 Kindersoldaten im Einsatz. Vielen Kindern bleibe noch immer das Recht auf Bildung verwährt.

"Ein Kind dazu zu bringen, Menschen zu töten, ist das Schlimmste, was man einem Kind antun kann", sagte Satyarthi bei einer Tagung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) am Freitag in Genf. Er nannte die aktuellen Konflikte in Syrien, Irak, Nigeria und Afghanistan als erschreckende Beispiele.

Die tatsächliche Zahl der Kindersoldaten könne jedoch noch erheblich größer sein, da auch viele geheim operierende Milizen entführte Kinder zum Dienst an der Waffe zwängen.

Das sind die Unicef-Fotos des Jahres 2014 FOTO: dpa

Der 2014 für seinen Kampf gegen Kinderarbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Inder kritisierte zudem, dass die globalen Bildungsausgaben in den vergangenen vier Jahren dramatisch zurückgegangen seien. Dies sei teils der globalen Finanzkrise geschuldet, teils jedoch auch der Fehleinschätzung von Geberländern, dass in ärmeren Ländern auf diesem Gebiet große Fortschritte erzielt worden seien.

Durch zusätzliche Hilfen von 22 Milliarden Dollar (19,6 Milliarden Euro) pro Jahr könnte allen Kinder auf der Welt eine schulische Grundausbildung ermöglicht werden, sagte Satyarthi. Dies entspreche der Summe, die weltweit in viereinhalb Tagen für Rüstung ausgegeben werde. Derzeit bleibt nach Angaben der UNO etwa 58 Millionen Kindern im schulpflichtigen eine Schulausbildung verwehrt.

(AFP)
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