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Flucht nach Europa
Kleinkind ertrinkt vor Insel Lesbos

Flucht nach Europa: Kleinkind ertrinkt vor Insel Lesbos
Die griechische Küstenwache hat vor Lesbos 429 Flüchtlinge gerettet. Für ein Kleinkind kam jede Hilfe zu spät. FOTO: afp, am/MR
Athen. Helfer haben am Samstag vor der griechischen Insel Lesbos ein ertrunkenes Kleinkind aus dem Meer geborgen. Was mit seinen Eltern geschehen ist, ist unklar. Keiner der 429 Flüchtlinge, die am Samstag vor Lesbos gerettet wurden, hat einen kleinen Jungen als vermisst gemeldet. 

Bei insgesamt sieben Rettungsaktionen wurden in dem Seegebiet zwischen Lesbos und Chios 429 Flüchtlinge gerettet, teilte die griechische Küstenwache mit. Eines der Boote sei "in einer schwierigen Lage" gewesen, zwei weitere steuerlos im Meer getrieben.

Der zwei bis drei Jahre alte ertrunkene Junge trug eine orangene Rettungsweste über seiner Kleidung, sagte eine Sprecherin der Küstenwache. Gutes Wetter und ein ruhiges Meer hatten am Samstag eigentlich der Hoffnung Auftrieb gegeben, erstmals seit dem 27. Oktober keine ertrunkenen Flüchtlinge aus der Ägäis bergen zu müssen.

Von den am Samstag geretteten Flüchtlingen habe niemand ein Kind vermisst gemeldet, sagte die Sprecherin. Bis zu seiner Identifizierung könne nichts ausgeschlossen werden. Das ließ auch die Möglichkeit offen, der Junge könnte vor Samstag ertrunken sein.

Tausende versuchen seit Wochen und Monaten, oft nur in Schlauchbooten die relativ kurze Strecke von der türkischen Westküste bis zu den davor gelagerten griechischen Ägäisinseln zurückzulegen. Bei starkem Wind ist das Meer dort aber sehr gefährlich, da damit oft hohe Wellen verbunden sind.

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(jco/ap)
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