| 14.42 Uhr

New York
Mann besteigt Trump Tower mit Saugnäpfen

Mann klettert Fassade empor
Mann klettert Fassade empor FOTO: dpa, pf jma
New York. Nur mit speziellen Saugnäpfen und Seilen ausgerüstet hat ein Mann den Trump Tower in Manhattan bestiegen. Es folgte ein stundenlanges Fangspiel mit der Polizei. All das für eine "Privataudienz" mit Donald Trump.

Aufregung am Trump Tower: Ein Mann ist mit großen Saugnäpfen an der Fassade des Wolkenkratzers des republikanischen Präsidentschaftskandidaten in Manhattan emporgeklettert. Er kam bis zum 21. Stockwerk, ehe ihn Polizisten am Mittwoch zu fassen bekamen und durch ein offenes Fenster in Sicherheit brachten. Den Kletterer identifizierte die Polizei später als einen 20-Jährigen aus Virginia, der nach eigenen Angaben eine "Privataudienz" mit Donald Trump wollte.

Zunächst hatte der mit einem Rucksack ausgestattete Mann mithilfe eines Gurts und Seilen an einer Seite des Gebäudes mit 68 Stockwerken fixiert. Dann arbeitete er sich mit speziellen Saugnäpfen nach oben. Über fast drei Stunden hinweg versuchten Beamte, ihn zu stoppen. Dazu zerschlugen sie Fenster, durchbrachen einen Lüftungskanal und ließen sich sogar auf einer Fensterputzer-Plattform in seine Nähe herab.

Kletterer weicht Polizisten aus

Mit Rettungskräften lieferte sich der Kletterer jedoch lange eine Art Katz-und-Maus-Spiel in Zeitlupe: Systematisch hielt er Distanz, indem er sich an der Fassade mal vor und zurück und dann wieder auf abgewinkelte Ecken des Hochhauses zubewegte. Als Beamte ein Fenster über ihm einschmissen, wich er geschickt denn herunterfallenden Glassplittern aus.

Gegen 18:30 Uhr (Ortszeit) endete die Hatz schließlich. Zwei Beamte lehnten sich aus einem Fensterrahmen und packten den Mann am Arm und am Rucksack, zerrten ihn ruckartig aus seinen Seilen heraus und ins Gebäudeinnere hinein. "Ich streckte mich (nach ihm) aus", sagte später Polizeiermittler Christopher Williams, der den entscheidenden Zugriff vornahm. "Ich nahm seine Hand und sagte: 'Sir, würden Sie mit mir kommen."

Kletterer wollte Trumps Aufmerksamkeit

Einen Tag vor seiner Aktion postete der Kletterer nach Polizeiangaben ein Video auf Youtube, das den Titel "Botschaft an Mr. Trump (warum ich ihren Turm erklomm)" trägt. "Ich bin ein unabhängiger Forscher, der um eine Privataudienz mit Ihnen ersucht, um eine wichtige Sache zu besprechen", erklärte der Mann. "Ich garantiere Ihnen, dass es in Ihrem Interesse liegt, dieser Bitte nachzukommen. Glauben Sie mir, wenn meine Absicht nicht von Bedeutung wäre, hätte ich dafür nicht mein Leben riskiert." Zudem erklärt er in dem Video, er habe den Wolkenkratzer bestiegen, um Trumps Aufmerksamkeit zu erlangen. Eine herkömmlichere Kontaktaufnahme wäre nicht so erfolgversprechend gewesen, da Trump ein "beschäftigter Mann mit vielen Pflichten" sei.

Die gleichen Worte habe der Kletterer den Beamten gesagt, nachdem sie ihn in Sicherheit gebracht hätten, sagte der Vizechef der New Yorker Polizei, William Aubrey. Zu keinem Zeitpunkt habe der Mann gesagt, dass er jemanden verletzen wolle. Laut Polizei wurde er in eine Klinik gebracht, wo er untersucht werden soll.

"Dieser Mann hat einen absurden und gefährlichen Stunt dargeboten", sagte Michael Cohen, Vizepräsident der Trump-Organisation, laut einem Bericht des TV-Senders ABC. Das Gebäude sei beschädigt worden, und die Rettungskräfte seien unnötigerweise angerückt.

Der Trump Tower ist das Hauptquartier der Präsidentschaftskampagne Trumps und dient dem Immobilienmogul zudem als sein Firmenimperium. Zudem lebt er in dem Wolkenkratzer. Zum Zeitpunkt der Kletteraktion hielt sich Trump jedoch in Virginia auf. "Gute Arbeit der New Yorker Polizei beim Schutz der Menschen und bei der Rettung des Kletterers", twitterte der Präsidentschaftsbewerber am Abend.

Hier können Sie die Bilder der waghalsigen Aktion sehen.

(crwo/ap/dpa)
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