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Vulkanausbruch auf Bali befürchtet
"Ich mache mir Sorgen, wie wir nach Hause kommen"

Urlauber sitzen auf Bali fest: Vulkan Agung spuckt Rauch und Asche
Düsseldorf. Zusammen mit Tausenden weiteren Touristen sitzt die Kölnerin Mona Golka auf Bali fest. Denn der Vulkan Agung stößt seit Tagen Rauch und Asche aus, ein Ausbruch droht. Der Flughafen ist gesperrt. Von Sebastian Dalkowski

Das aktuelle Foto, das sie auf Instagram gepostet hat, zeigt Mona Golka im Lotussitz. Die Augen hat sie geschlossen. "Inner peace. This is what we need right now", schreibt sie. Innerer Frieden, das ist, was sie jetzt brauchen.

Auf Bali droht der Ausbruch des Vulkans Agung FOTO: dpa, AP hjb

Denn so entspannt, wie sie auf dem Foto wirkt, ist Golka momentan nicht. Wie viele andere Touristen sitzt die 24-jährige Kölnerin gerade auf Bali fest. Der Vulkan Mount Agung droht auszubrechen und weil er Asche spuckt, hat der internationale Flughafen geschlossen. Die Asche könnte die Triebwerke schädigen. Die Behörden haben am Montag die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Golka ist vor fünf Wochen mit ihrer Freundin nach Bali geflogen. Dienstagnacht deutscher Zeit soll ihr Rückflug gehen, doch alle Flüge sind annulliert. "Jeder versucht Informationen seiner Airline zu bekommen, aber wirklich erfolgreich ist hier keiner." Trotzdem wird sie morgen zum Flughafen fahren. Mal schauen, was sie dort erwarte. "Ich mache mir Sorgen, wie wir nach Hause kommen." Sie ist Studentin und ihr fehlt das Geld, um die Reise zu verlängern. Immerhin - Sorgen um ihre Sicherheit macht sie sich nicht. Die Einheimischen seien entspannt und versuchten, die Touristen zu beruhigen. Golka übernachtet in einem Hotel in Canggu. Der Ort ist mehr als 60 Kilometer vom Vulkan entfernt.

Mona Golka macht seit fünf Wochen auf Bali Urlaub. FOTO: Golka

Mit dem Lotussitz kann die Yogalehrerin gegen die Anspannung gerade allerdings nicht vorgehen. Golka liegt seit einem Tag mit Fieber im Bett. "Ich kann daher höchstens meditieren - was ich auch schon gemacht habe."

"Es ist nun mal ein Vulkan"

Yannik-Noah Borgard dagegen lebt auf Bali - rund 40 Kilometer vom Vulkan entfernt. Aber beunruhigt ist er nicht. "Es ist nun mal ein Vulkan. Ein Vulkan spuckt Asche und Lava und es gibt nichts, was wir dagegen tun könnten", sagt der 22--Jährige unserer Redaktion. "So wie ich das sehe, hat man in dieser Situation zwei Möglichkeiten: Man kann sich den Kopf zerbrechen, sich Sorgen machen und Angst haben oder die Situation nun einmal so nehmen, wie sie ist und das Beste daraus machen." 

FOTO: Yannik-Noah Borgard

Er wolle zwar Vorkehrungen treffen, um genug Wasser und Essen im Haus zu haben, falls der Vulkan ausbreche und die Aschewolke Ubud erreichen sollte, erklärt Borgard, der früher in Köln wohnte. Aber sonst ändere er sein Verhalten nicht. Die Einheimischen machten sich ebenfalls keine Sorgen. "Die Menschen hier sind sich darüber bewusst, dass sie am pazifischen Ring des Feuers leben und ein Vulkanausbruch prinzipiell möglich ist." Manche Balinesen sagten sogar, dass es gut für die Natur und die Landwirtschaft sei, wenn der Vulkan ausbreche - "da er dem Land das Leben spenden würde".

 
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