Michael Burgess befasst sich mit dem Tod von Prinzessin Diana: Königlicher Ermittlungsrichter in heikler Mission
zuletzt aktualisiert: 09.01.2004 - 07:20London (rpo). Der Mann ist nicht zu beneiden. Michael Burgess ist zuständiger Ermittlungsrichter für das britische Königshaus. Der aktuelle Fall dürfte der wohl mit Abstand heikelste bisher sein: Immerhin werden gegen den Thronfolger schwerste Vorwürfe erhoben.
Inmitten von Anschuldigungen und Gerüchten über eine mögliche Verwicklung von Prinz Charles in den Tod seiner Ex-Frau Prinzessin Diana eröffnete Michael Burgess erstmals Ermittlungsverfahren auf britischem Boden, von denen sich Anhänger und Gegner des Königshauses gleichermaßen Aufklärung in der unendlichen Geschichte erhoffen.
Bei seinem Einsatz kann der grauhaarige Coroner auf mehr als zehnjährige Erfahrung mit Ermittlungen in Sachen Königshaus zurückblicken.
Dabei soll von Michael Burgess nach seinem eigenen Willen möglichst wenig Privates und Detailliertes in die Öffentlichkeit gelangen. Alter und familiäre Situation will er geheimhalten, so dass sein Alter lediglich auf zwischen 50 und 60 Jahre geschätzt werden kann.
Burgess wurde 1970 im südlichen Verwaltungsbezirk Surrey Anwalt, wo er 1979 die Aufgabe des Vize-Coroners und sieben Jahre später die des Haupt-Coroners übernahm - im englischen und walisischen Rechtssystem ist er damit für die Eröffnung und Leitung von Ermittlungen bei plötzlichen oder unnatürlichen Todesfällen zuständig.
Seit 1991 beschäftigte sich Burgess beruflich auch intensiver mit königlichen Angelegenheiten: Zunächst Stellvertreter von John Burton, beerbte er den Coroner des Königshauses, als dieser sich 2002 in den Ruhestand verabschiedete.
In dieser Funktion eröffnete er in dieser Woche in London das Ermittlungsverfahren zum Tod von Prinzessin Diana. Kurz darauf eröffnete er in seiner Funktion des Coroners von Surrey ein paralleles Ermittlungsverfahren zum Tod des Milliardärssohns Dodi Fayed, der 1997 zusammen mit Diana in einem Tunnel in Paris tödlich verunglückt war und in Surrey beerdigt ist.
Mit entschlossener Miene präsentierte der Coroner sich in grauem Anzug und blauer Krawatte den Fotografen, als er die Verfahren eröffnete. Vorerst kann Burgess wieder mehr in den Hintergrund treten, denn in den kommenden zwölf bis 15 Monaten soll Scotland Yard unter anderem französische Untersuchungsberichte zum Unfallhergang auswerten, nach denen es sich um einem tödlichen Unfall und kein Mordkomplett handelte.
Danach muss Burgess über das weitere Verfahren entscheiden - und damit darüber, wen er sich zum Freund oder zum Feind macht.
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