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Möglicher Abschuss
15 Polizisten bei Hubschrauberabsturz in Kolumbien getötet

Kolumbien - 15 Polizisten sterben bei einem Hubschrauberabsturz
Diese Luftaufnahme zeigt den Absturzort. FOTO: dpa
Bogotá. Kolumbien wird vom zweiten tödlichen Flugunglück innerhalb einer Woche erschüttert. Diesmal traf es 15 Polizisten, die per Helikopter über dichtem Dschungelgebiet auf Verbrecherjagd waren. Auch ein Abschuss kann nicht ausgeschlossen werden.

 Beim Absturz eines Transporthubschraubers sind im Nordwesten Kolumbiens 15 Polizisten ums Leben gekommen. Zwei weitere überlebten mit schweren Verbrennungen und sind in kritischem Zustand, wie die Behörden mitteilten. Die Beamten waren in dem Helikopter vom Typ Black Hawk unterwegs gewesen, um einen von den USA mit Kopfgeld gesuchten Drogenchef aufzuspüren. Den Crash nahe der Region Golfo de Urabá führten die Behörden zunächst auf schlechtes Wetter zurück.
Doch der Absturzort in dem von Rebellen und Drogenschmugglern genutzten Dschungelgebiet nährte jedoch prompt Spekulationen, dass der Helikopter womöglich beschossen worden sein könnte.

Zu letzterer Version passte ein Bericht der Zeitung "El Tiempo", die auf ihre Webseite einen Audiomitschnitt stellte, der im Cockpit einer Maschine aufgenommen worden sei, die den abgestürzten Hubschrauber begleitet habe. Darin ist zu hören, wie eine nicht näher genannte Person sagt, dass offenbar vom Boden aus auf den Helikopter gefeuert und dieser von einer Granate getroffen worden sei wie sie Rebellen benutzten. Wie das Blatt an den Mitschnitt kam, wurde jedoch nicht gesagt.

Eine mögliche Attacke wollte Justizminister Luis Carlos Villegas zwar nicht ausschließen. Doch sagte er, dass zwei andere an der Mission beteiligte Helikopter den Beschuss hätten bemerken müssen. Allerdings hätten sie nichts Derartiges gemeldet. Die wahrscheinlichste Ursache für den Absturz seien tiefliegende Wolken gewesen, die die Sicht der Piloten behindert und so dazu geführt hätten, dass der Black Hawk bei einer Geschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde gegen einen Hang geprallt sei, sagte Villegas weiter. Der Hubschrauber sei dabei völlig zerstört worden.

Der Hubschrauber mit Besatzung gehörte den Angaben zufolge zu einer Operation, mit der Dairo Otoniel Úsuga, der Chef der brutalsten Drogenschmuggelbande des Landes, geortet werden sollte. Die USA haben auf seine Festnahme ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro) ausgesetzt. Die US-Drogenbehörde DEA unterstützt Kolumbien bei der Suche nach ihm.

In der Gegend sind neben dem Úsuga-Clan auch Aufständische der linksgerichteten Farc aktiv. Mit den Rebellen verhandelt die kolumbianische Regierung seit 2012 über ein Friedensabkommen, um den seit 50 Jahren währenden Konflikt zu beenden. Die Farc ist die letzte größere linksgerichtete Rebellengruppe, die es in der westlichen Hemisphäre noch gibt.

Erst vergangene Woche waren bei einem Flugzeugabsturz an der Karibikküste Kolumbiens elf Mitarbeiter der Luftwaffe ums Leben gekommen.

(ap)
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