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Kolumbien
Zehn Verletzte bei Explosionen in Bogotá

Kolumbien: Explosionen erschüttern Bogotá - zehn Verletzte
Bei den Explosionen wurden zehn Personen leicht verletzt. FOTO: dpa, leo at cs
Bogotá . Zwei mutmaßliche Bombenattacken haben Kolumbiens Hauptstadt Bogotá erschüttert. Nach Behördenangaben wurden bei den Explosionen zehn Personen leicht verletzt. Zuvor hatte es eine Warnung gegeben.

Bei zwei mutmaßlichen Sprengstoffanschlägen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind mindestens zehn Menschen verletzt worden. Die Explosionen ereigneten sich nach Angaben der Behörden am Donnerstag im Abstand von nur wenigen Minuten im Finanzdistrikt sowie in einem Industriegebiet der Stadt und verursachten keine schweren Verletzungen. Den Explosionen seien Warnungen vorausgegangen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos brach eine Auslandsreise ab.

Die Feuerwehr meldete über den Kurznachrichtendienst Twitter zunächst eine Explosion gegen 15.45 Uhr Ortszeit (22.45 Uhr MESZ) inmitten des Finanzdistrikts von Bogotá. Wenige Minuten später wurde eine weitere Explosion aus einem Industriegebiet gemeldet. Laut einer vorläufigen Bilanz wurden zehn Menschen verletzt. "Niemand hat schwere Verletzungen erlitten", teilten die Stadtverwaltung und die Polizei mit. Es handele sich um Knochensplitterungen und Knalltraumata.

"Von geringer Schlagkraft"

Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas sagte, ersten Ermittlungen zufolge seien die Explosionen durch Sprengsätze "von geringer Schlagkraft" verursacht worden. Sie seien nach vorheriger Warnung gezündet worden. "Das sind terroristische Taten, ohne jeden Zweifel", sagte der Minister, der flankiert vom nationalen Polizeichef Rodolfo Palomino und Armeechef Juan Pablo Rodríguez vor die Presse trat. Diese Taten dürften aber der Bevölkerung "nicht das Gefühl der Abwesenheit der Staatsmacht" vermitteln.

Villegas fügte hinzu, auch dank der Beteiligung der Geheimdienste seien die Ermittlungen zu den Explosionen schon weit gediehen. Er rechne "in sehr kurzer Zeit" mit Ergebnissen. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Verantwortlichen führen, setzte der Verteidigungsminister eine Belohnung von 100 Millionen Peso (34.000 Euro) aus.

Präsident bricht Staatsbesuch ab

Präsident Santos, der am Donnerstag zum Gipfel der Pazifik-Allianz in Peru gereist war, brach den Besuch wegen der Anschläge ab, wie Innenminister Juan Fernando Cristo via Twitter mitteilte. Der Staatschef sei in "ein paar Stunden" zurück, um sich selbst um die Angelegenheit zu kümmern. Cristo rief die Kolumbianer unabhängig von ihrer politischen Gesinnung zur Entschlossenheit im Kampf gegen Terrorismus auf.

Am Explosionsort im Finanzdistrikt waren zerbrochene Fensterscheiben zu sehen, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. "Es gab einen riesigen Knall", schilderte Argemiro Sánchez, ein 52-jähriger Straßenverkäufer, die Explosion. Die Menschen seien aus den umliegenden Büros nach draußen gelaufen.

Kampf gegen paramilitärische Gruppen

Bogotás Polizeichef Humberto Guatibonza rief zur Ruhe auf: Es sei "nichts Schlimmes" passiert, sagte er. Im Februar und März waren an verschiedenen Orten der Hauptstadt mindestens sechs Sprengkörper von niedriger Intensität explodiert. Rund 20 Menschen wurden dabei verletzt. Diese Vorfälle wurden einer Bande angelastet, die für die Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN) aktiv gewesen sein soll. Die ELN führt derzeit mit der kolumbianischen Regierung Vorgespräche für Friedensverhandlungen.

In Kolumbien bekämpfen sich seit fünf Jahrzehnten Guerillas, paramilitärische Gruppen und die Armee. Dabei wurden nach offiziellen Angaben rund 220.000 Menschen getötet und mehr als sechs Millionen weitere in die Flucht getrieben.

Die kolumbianische Regierung führt seit November 2012 Friedensgespräche mit den Farc-Rebellen, die bereits zu Abkommen in mehreren Bereichen führten. In wichtigen Streitfragen steht eine Einigung allerdings noch aus. Die Guerilla hatte im Dezember eine einseitige Waffenruhe ausgerufen, tötete im April jedoch bei einem Hinterhalt elf Soldaten. Santos ordnete daraufhin eine Wiederaufnahme der Luftangriffe auf die Rebellen an. Diese weiteten ihrerseits ihre Angriffe auf Sicherheitskräfte und die Infrastruktur des Landes aus.

(AFP)
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