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Kongo
Bewaffnete töten bei Überfall auf Zivilisten 42 Menschen

Goma . Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben Bewaffnete ein Blutbad unter Zivilisten angerichtet. Die Regierung warnt vor einer weiteren Bedrohung durch Dschihadisten

Mindestens 42 Menschen seien bei dem Angriff auf einen Vorort der Stadt Beni getötet worden, sagte Bürgermeister Edmond Masumbuko. Armeesprecher Mark Hazukay sprach von einem "Massaker an der Zivilbevölkerung", mit dem sich die islamistisch inspirierte Rebellengruppe ADF für vorangegangene Einsätze der Armee habe rächen wollen. Die Angreifer hätten sich am Samstagabend an Posten der Armee vorbeigeschlichen und in einem Ort am Rande der Stadt Beni zugeschlagen.

Regierungssprecher Lambert Mende sagte, der Angriff müsse die Welt "auf die dschihadistische Bedrohung" in der Demokratischen Republik Kongo aufmerksam machen. Durch die "Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft" stehe die Armee seines Landes im Kampf gegen die Rebellen alleine da.

Immer wieder Angriffe auf Zivilisten

Die Rebellengruppe "Alliierte Demokratische Kräfte" (ADF) stammt ursprünglich aus Uganda, in ihren Reihen finden sich auch islamistische Kämpfer. Die ADF wird für eine Serie von Gewalttaten in der Region verantwortlich gemacht, bei denen seit Oktober 2014 mehr als 600 Zivilisten getötet wurden. Aber auch den Regierungstruppen und anderen bewaffneten Gruppen werden Übergriffe auf die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Beni liegt in der Unruheprovinz Nord-Kivu, die seit Jahren von Gewalt erschüttert wird.

Die UN-Kongo-Mission Monusco verurteilte den Überfall als "barbarischen Akt gegen die Zivilbevölkerung". Sie bekräftigte ihre Unterstützung für die kongolesischen Sicherheitskräfte "für den Schutz der Zivilbevölkerung in Beni".

In Beni warfen Dutzende aufgebrachter Demonstranten auf einer Kundgebung am Sonntag den Behörden vor, sie schutzlos den Rebellen auszuliefern. "Es gibt hier einen eklatanten Mangel an Sicherheit", sagte Menschenrechtsaktivist Gilbert Kambale. Er verwies darauf, dass Präsident Joseph Kabila die Stadt erst drei Tage vor dem Überfall besucht habe. "Es ist beunruhigend: Erst kommt der Präsident der Republik, und dann werden wir massakriert."

Nach Augenzeugenberichten trugen die Demonstranten den Leichnam eines der Opfer durch die Straßen von Beni. Sie skandierten regierungskritische Slogans und zündeten Autoreifen an.

(crwo/afp)
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