| 13.06 Uhr

U-Boot-Drama in Kopenhagen
Frauenleiche ist vermisste Journalistin Kim Wall

Kopenhagen: Frauenleiche ist die vermisste Kim Wall aus Schweden
Polizeitaucher durchsuchen die Køge Bugt bei Kopenhagen.Die Suche nach dem Rest der Leiche von Kim Wall geht weiter. FOTO: afp, fre
Kopenhagen. Die Suche nach Kim Wall hat ein Ende: Die Polizei bestätigte, dass es sich bei der an der Küste vor Kopenhagen gefundenen Frauenleiche um die vermisste schwedische Journalistin handelt. Die Todesursache ist noch unklar. 

Tests hätten bestätigt, dass die DNA der Leiche mit der von Wall übereinstimme, sagte der Kopenhagener Polizeiermittler Jens Møller Jensen am Mittwoch. Mit Hilfe einer Zahn- und einer Haarbürste habe man einen DNA-Abgleich machen können. Zudem habe man getrocknetes Blut der Schwedin in dem U-Boot "UC3 Nautilus" gefunden.

Es wird vermutet, dass die 30-jährige Wall an Bord des U-Boots starb. Der dänische Erfinder und Besitzer des U-Boots Peter Madsen sitzt wegen des Vorwurfs eines Tötungsdelikts weiter in Polizeigewahrsam.

Am Montagabend ist der weibliche Torso Walls nahe der Köge-Bucht südlich von Kopenhagen entdeckt worden. Kopf, Arme und Beine fehlten. Nach Erkenntnissen der Polizei wurde die Leiche absichtlich verstümmelt. Die Polizei sucht noch nach dem Rest der Leiche.

Todesursache ist weiter ungeklärt 

Zur Todesursache könne man noch keine Angaben machen, sagte der Polizeisprecher, weil die Obduktion wegen der abgetrennten Gliedmaßen äußerst schwierig sei. Die Rechtsmediziner hätten aber festgestellt, dass ursprünglich etwas Metallisches am Körper von Wall befestigt gewesen sei – "wahrscheinlich", um den Körper zu versenken, sagte der Polizeiermittler. 

Die Leiche sei an Land gespült worden, "nachdem sie eine Weile auf See gewesen war", sagte Møller Jensen. Die Polizei habe Spuren am Torso entdeckt, die darauf hindeuteten, dass jemand versucht habe, Luft aus der Leiche zu drücken, damit sie auf den Meeresgrund fallen und nicht an der Oberfläche treiben würde.

Die schwedische Journalistin Kim Wall blieb nach dem U-Boot-Unglück vermisst. FOTO: afp, sg

Die 30 Jahre alte Schwedin Kim Wall war zuletzt am 10. August gesehen worden, als sie sich mit Peter Madsen im Hafen von Kopenhagen auf dem U-Boot "UC3 Nautilus" einschiffte. Sie hatte eine Reportage über den Erfinder schreiben wollen. Was dann passierte, ist unklar. Madsen gab an, die Frau nach einer Fahrt mit dem U-Boot auf einer Insel im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt zu haben. Er selbst habe ein paar Dinge an dem selbst entworfenen 18 Meter langen Unterwasserfahrzeug getestet, wobei es zu Problemen mit einem Ballasttank gekommen sei.

Ingenieur unter Mordverdacht

Das U-Boot sank, er selbst wurde von einem privaten Schiff gerettet und an Land gebracht. Als ihre Familie die Journalistin als vermisst meldete, wurde die Polizei misstrauisch und nahm Madsen fest. Zunächst bestritt der Däne, mit dem Verschwinden der Frau etwas zu tun zu haben. Die Polizei vermutete, dass die Schwedin in dem versunkenen U-Boot zu finden sei. Als das Fahrzeug geborgen wurde, war das aber nicht der Fall. 

Später sagte Madsen aus, dass die vermisste schwedische Journalistin bei einem Unfall an Bord des U-Boots gestorben sei. Er habe die Leiche der Journalistin nach dem Unglück in der Köge-Bucht über Bord geworfen. Madsen steht unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung.

(beaw/dpa/ap)
 
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