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Türkei: Krawalle bei Neujahrsfest

zuletzt aktualisiert: 22.03.2008 - 23:53

Istanbul (RPO). Am Samstag ist es im Osten der Türkei bei einem Protestmarsch anlässlich des kurdischen Neujahrsfestes Newroz zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Kurdische Demonstranten warfen mit Steinen auf Sicherheitskräfte, diese rückten mit Schlagstöcken vor und feuerten Tränengas in die Menge. Dutzende wurden verletzt.

Die Polizei löste nach Fernsehberichten mit Gewalt Demonstrationen für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) auf. Dabei wurden rund 300 Menschen festgenommen, darunter auch drei Funktionäre der Kurdenpartei DTP. Die schwersten Auseinandersetzungen lieferten sich kurdische Demonstranten und Polizei in Van im Osten des Landes. Dort wurden mehr als 130 Menschen festgenommen. Die Feierlichkeiten hatten am Freitag im Südosten des Landes begonnen und waren zunächst überwiegend friedlich verlaufen.

Am Samstag gingen jedoch erneut Demonstranten auf die Straßen und forderten die Freilassung des PKK-Führers Abdullah Öcalan. In Van versuchte die Polizei mit Tränengas eine Ansammlung von rund 1500 Demonstranten auseinanderzutreiben. Diese hatten Barrikaden gebaut und Fenster von Geschäften zerstört. Einige von ihnen griffen die Polizei mit Steinen an. Der türkische Fernsehsender NTV zeigte Polizisten, die Demonstranten mit Schlagstöcken schlugen. Der örtliche Polizeichef machte die DTP für die Gewalt verantwortlich. Sie habe sich gegen die Entscheidung der Behörden hinweggesetzt, Newroz-Feiern nur am Freitag zu erlauben. Auch in anderen Städten wurden zahlreiche Demonstranten festgenommen.

Das Newroz-Fest ist in den vergangenen Jahren zu einer Plattform für die kurdische Minderheit in der Türkei geworden, um größere Freiheiten und Rechte einzufordern oder Solidarität mit der PKK zu bekunden, die von den USA und der EU als Terrorgruppe eingestuft wird. Die Türkei hatte Ende Februar eine achttägige Bodenoffensive gegen kurdische Rebellen im Nordirak geführt. Dabei wurden nach Angaben des türkischen Generalstabs mehr als 240 PKK-Kämpfer und 27 türkische Soldaten getötet.

Quelle: ap

 
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