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Krawatte keine Pflicht mehr
Britisches Unterhaus lockert Dresscode

Krawatte keine Pflicht mehr: Britisches Unterhaus lockert Dresscode
Tom Brake durfte als erster Abgeordneter ohne Krawatte auftreten. FOTO: afp
London. Das britische Unterhaus bricht mit einer langjährigen Tradition: Männliche Abgeordnete können ab sofort auf eine Krawatte verzichten, wie Parlamentssprecher John Bercow bekanntgab.

Die Krawattenfrage stehe in einer modernen Demokratie "absolut nicht im Mittelpunkt", verkündete Bercow den verblüfften Abgeordneten. Wichtig sei nur, dass die Parlamentarier in einem "Business-ähnlichen Outfit" erschienen.

Bercow, der selbst gerne auffällige Krawatten trägt, hatte es zuvor erstmals einem Parlamentarier erlaubt, das Hohe Haus ohne Halsbinder anzusprechen. Der Auftritt des Liberaldemokraten Tom Brake sorgte umgehend für empörte Reaktionen. Der Tory-Politiker Peter Bone verlangte daraufhin von Bercow Auskunft, ob sich die Regeln geändert hätten – und erhielt die Antwort, dass dies ab sofort der Fall sei, und zwar auch für Parlamentskorrespondenten der Medien.

Deren Reaktionen reichten von Jubel bis Schock. Der Journalist der Boulevardzeitung "The Sun", Matt Dathan, lobte die Entscheidung des Parlamentssprechers überschwänglich. Damit verabschiede sich das britische Unterhaus "endlich aus dem 19. Jahrhundert", schrieb er. Der Korrespondent des konservativen "Telegraph", Christopher Hope, fragte dagegen entgeistert auf Twitter: "Was kommt als nächstes? Abgeordnete in Flip Flops und Shorts?"

(wer/AFP)
 
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