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"Mississippi Burning": Ku-Klux-Klan-Führer nach 40 Jahren wieder verhaftet

zuletzt aktualisiert: 07.01.2005 - 21:34

Philadelphia (rpo). Im Juni 1964 wurden im US-Bundesstaat Mississippi drei junge Bürgerrechtsaktivisten von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans ermordet. Nun wird der Fall nach mehr als 40 Jahren wieder aufgerollt: Einer der mutmaßlichen Haupttäter, der 80 Jahre alte Rassenextremist Edgar Ray Killen, der damals einer Verurteilung entgangen war, wurde erneut verhaftet.

Edgar Ray Killen 40 Jahre nach dem Mord.  Foto: RPO
Edgar Ray Killen 40 Jahre nach dem Mord. Foto: RPO

Edgar Ray Killen, der inzwischen Babtistenpriester ist, wurde in seinem Haus im ländlichen Bezirk Neshoba County festgenommen, nachdem ein Schwurgericht in Philadelphia Anklage erhoben hatte. Dies berichtet der US-Fernsehsender CNN.

Killen wird beschuldigt, 1964 die Morde an den zwei Weißen Andrew Goodman und Michael Schwerner sowie am Afroamerikaner James Chaney mitausgeführt zu haben. Die drei Männer hatten zuvor untersucht, wer in Philadelphia die Kirche der evangelischen Methodisten niedergebrannt hatte, und sich zudem für das Wahlrecht von Farbigen eingesetzt. Sie wurden mutmaßlich von Ku-Klux-Klan-Leuten erschossen und in einem Erddamm vergraben.

Edgar Ray Killen im Jahr 1964. Damals war er einer Verurteilung entgangen. Foto: RPO

Sieben Klanmitglieder wurden damals wegen verschwörerischer Aktivität angeklagt, sechs von ihnen zu Gefängnisstrafen von drei bis sechs Jahren verurteilt. Nur Killen entging der notwendig einstimmigen Verurteilung durch zwölf Geschworene, weil ein weibliches Mitglied der Jury sagte, sie können keinen Priester verurteilen.

Vergangenes Jahr hatte eine breit angelegte Bürgerkoalition in Philadelphia das US-Justizministerium aufgefordert, die Mordfälle wieder zu untersuchen. Sie ist sicher, dass es auch nach vier Jahrzehnten immer noch genügend Beweise für die Mordfälle gibt. Ein anonymer Auftraggeber setzte zudem umgerechnet 76.000 Euro Belohnung aus für Hinweise, die zur Verurteilung der Mörder führen.

Der Fall hatte damals weltweit Aufsehen erregt und bildete im Jahr 1988 auch den Hintergrund des Films "Mississippi Burning" von Alan Parker, mit Gene Hackmann und Willem Dafoe.


 
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