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Sunnitische IS-Miliz bekennt sich zu Angriff
27 Tote und mindestens 222 Verletzte bei Anschlag in Kuwait

Kuwait: 27 Tote und 222 Verletzte bei Anschlag auf schiitische Moschee
Sicherheitskräfte und Zivilisten vor der Al-Imam al-Sadek Moschee. FOTO: ap
Kuwait-Stadt. Bei einem Selbstmordanschlag der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) auf eine schiitische Moschee in Kuwait sind 27 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei dem Anschlag in Kuwait-Stadt, der während des Freitagsgebets verübt wurde, 222 weitere Menschen verletzt.

Zu dem Attentat bekannte sich die sunnitische IS-Miliz. Es war der erste derartige Angriff in dem Golfemirat. Die Gruppierung Nadschd-Provinz, die sich zu dem Anschlag bekannte, gehört zum IS-Netzwerk. Sie erklärte, von der Moschee Al-Imam al-Sadek seien Bestrebungen ausgegangen, sunnitische Gläubige zu missionieren. Der IS betrachtet Schiiten als Ungläubige. Die Schiiten machen in Kuwait rund ein Drittel der Bevölkerung von 1,3 Millionen Einwohnern aus.

In der Erklärung der Nadschd-Provinz hieß es, der Anschlag sei von einem Selbstmordattentäter verübt worden. Augenzeugen berichteten, der Attentäter habe während des mittäglichen Gebets die Moschee betreten.

Kuwaits Emir Scheich Sabah al-Ahmad al Sabah begab sich umgehend zum Anschlagsort, wie Bilder des Staatsfernsehens zeigten. Später erklärte er, der Anschlag sei ein "verzweifelter und bösartiger Versuch, Kuwaits nationale Einheit anzugreifen". Die Regierung kam zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Für Samstag wurde ein Trauertag ausgerufen.

Auf den Fernsehbildern waren die massiven Zerstörungen zu sehen, die durch die Explosion angerichtet wurden. Krankenhäuser riefen den Notstand aus, weil sie Mühe hatten, die Verletzten zu versorgen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach in einem Beileidtelegramm von einem "barbarischen Terroranschlag" und einem "feigen Akt, den die zivilisierte Welt nicht hinnehmen kann". Auch das Weiße Haus in Washington verurteilte den Anschlag scharf. Kritik kam auch aus zahlreichen arabischen Staaten und von sunnitischen Gruppen.

Das Auswärtige Amt teilte mit, bei Aufenthalten in Kuwait besondere Umsicht walten zu lassen und Anweisungen der Sicherheitsbehörden zu folgen.

Die IS-Miliz verübte in den vergangenen Wochen bereits tödliche Anschläge auf schiitische Moscheen im Jemen und in Saudi-Arabien. Auch im Irak verübt sie regelmäßig Anschläge auf schiitische Pilger, Moscheen und Wohnviertel.

(AFP)
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