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Anschlag auf Moschee
Behörden identifizieren Attentäter von Kuwait

Kuwait: Anschlag auf Moschee: Behörden identifizieren Attentäter
Personenkontrolle vor dem Moschee-Besuch: Nach dem Anschlag in Kuwait wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. FOTO: dpa, rq lb
Kuwait-Stadt. Nach dem blutigen Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait sind 18 der 26 Opfer in dem Golfemirat unter großer Anteilnahme beigesetzt worden. Der Attentäter war laut dem Innenministerium ein Saudi-Araber, der erst Stunden vor dem Anschlag eingereist war.

Trotz der Sommerhitze kamen am Samstagnachmittag tausende Menschen zu der Beerdigung. Die acht weiteren Opfer wurden zur Beisetzung ins irakische Nadschaf geflogen. 

Die Menge trug bei der Beisetzung kuwaitische Flaggen und Transparente mit islamischen Slogans. "Diese Menge ist der Beweis, dass die kriminelle Tat ihr Ziel nicht erreicht hat", sagte der Parlamentspräsident Marsuk al-Ghanem. Die Regierung, das Parlament und die politischen Parteien hatten zuvor erklärt, der Attentäter habe mit dem Anschlag auf die schiitische Minderheit die Bevölkerung des kleinen Emirats am Golf spalten wollen. Der Samstag wurde zum Trauertag erklärt.

Saudiarabischer Ablgeger des IS

Zu dem Attentat am zweiten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan bekannte sich die Gruppierung Nadschd-Provinz - der saudiarabische Ableger der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS). Die Gruppierung erklärte, von der Moschee Al-Imam al-Sadek seien Bestrebungen ausgegangen, sunnitische Gläubige zu missionieren. Der Islamische Staat betrachtet Schiiten als Ungläubige. Rund ein Drittel der 1,3 Millionen Einwohner Kuwaits sind Schiiten. Es war der erste derartige Anschlag in dem Golfemirat.

Wie die Nachrichtenagentur Kuna am Sonntag unter Berufung auf das Innenministerium meldete, handelte es sich bei dem Attentäter um einen Saudi-Araber, der erst am Freitagmorgen am Flughafen von Kuwait-Stadt angekommen war. Zuvor hatte das Ministerium bereits mitgeteilt, dass der Mann, der den Attentäter zu der Moschee gefahren hatte, sowie der Mann, der den Fahrer beherbergt hatte, festgenommen worden seien. Weitere Verdächtige waren zuvor befragt worden.

Kuwaits Regierung will Terror stärker bekämpfen

Das Gesundheitsministerium erklärte, 40 der mehr als 220 Verletzten seien noch zur Behandlung im Krankenhaus. Die acht Opfer, die nicht am Samstag in Kuwait beigesetzt wurden, wurden am Abend zur Beerdigung ins irakische Nadschaf geflogen. Laut einem Moscheevertreter handelt es sich um sieben Kuwaiter und einen Saudi-Araber. Sie sollen auf einem Friedhof in der Nähe des Mausoleums von Imam Ali beigesetzt - einem der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten.

Kuwaits Emir Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah erklärte nach dem Anschlag, dieser sei ein "verzweifelter und bösartiger Versuch, Kuwaits nationale Einheit anzugreifen". Die Regierung kündigte nach einer Krisensitzung mit Blick auf den islamistischen Extremismus an, "alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um diese Plage auszumerzen". Sie werde eine "unnachgiebige, kompromisslose Konfrontation mit diesen Terroristen" führen.

Die beiden größten sunnitischen Parteien Kuwaits verurteilten den Angriff ebenso wie der oberste sunnitische Geistliche des Golfemirats, Scheich Adscheel al-Naschmi. Auch der Irak, der Iran, der Golfkooperationsrat sowie weitere Länder verurteilten den Anschlag. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach in einem Beileidtelegramm von einem "barbarischen Terroranschlag" und einem "feigen Akt, den die zivilisierte Welt nicht hinnehmen kann".

(AFP)
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