25.000 Menschen bei Trauerfeier: L'Aquila gedenkt seiner Erdbebenopfer
zuletzt aktualisiert: 06.04.2010 - 12:51Rom (RPO). Rund 25.000 Italiener haben in der Nacht zum Dienstag des schweren Erdbebens in der Stadt L'Aquila vor einem Jahr gedacht. Sie versammelten sich mit Kerzen und Fackeln vor der bei dem Beben schwer beschädigten Kathedrale der Stadt.
Die Glocken der Kathedrale wurden im Gedenken an die Opfer der Katastrophe 308-mal geläutet. Auch die Namen aller 308 Todesopfer wurden verlesen. Bei dem anschließenden Gottesdienst wurde eine Botschaft von Papst Benedikt XVI. vorgetragen, der die Überlebenden seiner "spirituellen Nähe" versicherte und ihnen Mut für den Wiederaufbau wünschte.
Die meisten Einwohner von L'Aquila sind heute in Neubauten außerhalb des eigentlichen Stadtzentrums untergebracht, dessen historische Gebäude überwiegend noch nicht wieder aufgebaut wurden.
Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi verwahrte sich gegen Kritik an den Wiederaufbauarbeiten. "Wunder kann nur der Herrgott wirken", sagte Berlusconi der Zeitung "Il Centro". "Wir haben den Aquilanern in einem gewaltigen Kraftakt eine Hilfe geleistet, die in der Geschichte unseres Landes ohne Beispiel ist."
Seit dem Erdbeben vom 6. April 2009 wurde die Bergregion um L'Aquila, die Abbruzzen, von mehr als 17.500 Nachbeben erschüttert. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Apcom unter Berufung auf die nationale Erdbebenwarte. Häufigkeit und Intensität der Erdstöße nähmen aber ab: Während in den ersten Monaten nach dem Beben bis zu 800 Erdstöße pro Tag registriert worden seien, seien es seit Anfang dieses Jahres insgesamt 800 gewesen, zitierte Apcom den Direktor der Erdbebenwarte, Giulio Selvaggi.
Die Fluggesellschaft Alitalia benannte im Gedenken an die Erdbebenopfer ein neues Flugzeug nach der Stadt L'Aquila, wie Apcom weiter berichtete. Der Airbus "Città di L'Aquila" solle vor allem auf Flügen innerhalb Europas eingesetzt werden.
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