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Great Barrier Reef: Lage entspannt sich nach Schiffsunglück

zuletzt aktualisiert: 07.04.2010 - 12:39

Rockhampton (RPO). Im Kampf gegen eine drohende Umweltkatastrophe am größten Korallenriff der Welt haben Einsatzkräfte Fortschritte verzeichnet. Der chinesische Kohlefrachter, der auf dem Great Barrier Reef festsitzt, sei stabilisiert worden. Das teilte die australische Seefahrtsbehörde am Mittwoch mit.

Der chinesische Frachter verliert Öl.  Foto: ddp, ddp
Der chinesische Frachter verliert Öl. Foto: ddp, ddp

Austretendes Öl werde von der Wasseroberfläche abgeschöpft, ein mehrere Kilometer langer Ölteppich sei mit Hilfe von Chemikalien aufgelöst worden. Australien will möglicherweise strengere Regeln für Schiffe einführen, die das Riff passieren.

Bei der Bergung der "Shen Neng 1" gehen die Experten mit großer Vorsicht vor. "Das ist eine heikle Aktion, und wir werden nichts überstürzen", sagte Patrick Quirk von der Seefahrtsbehörde im Staat Queensland. Jeder Tropfen Öl, der aus der "Shen Neng 1" ins Wasser gelange, bedrohe die Unterwasserwelt. Nach Angaben von Wissenschaftlern ist bereits einiger Schaden entstanden, besonders durch die Wucht, mit der das Schiff auf das Riff lief.

Zwei Schlepper halten den Kohlefrachter, damit er nicht mehr von den Wellen hin und her bewegt wird und dabei über das Korallenriff schabt. Die Bewegung des Schiffes hatte die Befürchtung genährt, dass sich das Loch in der Bordwand vergrößern könnte, aus dem bislang drei bis vier Tonnen Treibstoff austraten. Die Crew pumpt Schweröl aus gefährdeten Tanks in sicherere Bereiche des Schiffes. Im Laufe des Tages sollte ein Rettungsschiff eintreffen, um die rund 950 Tonnen Öl aus dem havarierten Schiff zu pumpen.

Vielleicht müssen 65.000 Tonnen Kohle abgeladen werden

Ziel der Rettungstrupps ist es, die "Shen Neng 1" wieder flottzumachen. Ob dazu auch die 65.000 Tonnen Kohle abgeladen werden müssen, haben die Behörden noch nicht entschieden. Das Schiff war aus ungeklärter Ursache vom Kurs abgekommen und mit voller Fahrt auf das Korallenriff gefahren. Es war nicht auf der Hauptroute unterwegs, sondern auf einer Alternativstrecke. Entgegen ersten Spekulationen hatte es aber keine verbotene Abkürzung genommen.

Ministerpräsident Rudd sagte, es sei skandalös, dass ein Schiff am helllichten Tag so weit vom Kurs habe abkommen können. Möglicherweise müssten die Seefahrtsregeln verschärft werden und die Lotsenpflicht ausgedehnt werden.

Das Great Barrier Reef vor der Ostküste von Queensland wurde 1981 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Jedes Jahr besuchen Millionen Touristen das Riff, um die Korallen zu bewundern. Tausende Meerestierarten leben dort.

Quelle: AP/born

 
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