| 19.10 Uhr

Angriff auf Konzertbesucher in Las Vegas
Schütze soll sich erschossen haben – FBI geht nicht von Terror aus

Las Vegas - Schießerei in Casino-Hotel Mandalay Bay
Las Vegas - Schießerei in Casino-Hotel Mandalay Bay FOTO: dpa, wie
Las Vegas. Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei bei dem tödlichen Angriff auf ein Country-Festival in Las Vegas von einem Einzeltäter aus. Er soll sich erschossen haben. Die Motive des 64-Jährigen sind bisher unklar. 

Der Schütze von Las Vegas wurde von der Polizei als Stephen Craig Paddock identifiziert. Demnach handelt es sich um einen 64-jährigen weißen US-Bürger aus Mesquite im US-Bundesstaat Nevada. Der mann ist pensionierter Buchhalter. Das teilte die Polizei von Las Vegas am Montag mit. Die Stadt Mesquite liegt rund 120 Kilometer nordöstlich von Las Vegas. 

Laut Polizei schoss der Mann am Sonntagabend aus dem 32. Stockwerk des Mandalay Bay Hotels auf Besucher eines Country-Festivals. Etwa 50 Menschen starben, mindestens weitere 400 wurden verletzt. Augenzeugen berichteten von Hunderten Schüssen. (Weitere Augenzeugenberichte aus Las Vegas finden Sie hier.)

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Tat gründlich vorbereitet

Offenbar hatte der 64-Jährige die Bluttat gründlich vorbereitet. Das Zimmer bezog der grauhaarige und bärtige Mann laut US-Medienberichten bereits einige Tage vor der Tat. Von dort aus hatte er eine perfekte Aussicht auf das Festivalgelände auf der anderen Straßenseite. Und er schaffte es, vom Hotelpersonal unbemerkt mindestens acht Schusswaffen in das Zimmer zu bringen, darunter mehrere Gewehre.

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Einsatzkräfte hätten Paddock später tot im Hotelzimmer aufgefunden, nachdem sie in den Raum eingedrungen seien, teilten die Ermittler weiter mit. Wahrscheinlich habe er sich selbst erschossen, sagte der Sheriff von Las Vegas, Joseph Lombardo bei einer Pressekonferenz. "Wir glauben, dass die Person sich selbst getötet hat vor unserem Eindringen."

Die Polizei geht nach ihren bisherigen Ermittlungen davon aus, dass nur Paddock auf die Konzertbesucher feuerte. CNN zitierte Sheriff Lombardo mit den Worten, der Schütze sei ein "lone-wolf-type" gewesen, ein "einsamer Wolf". Der Nachrichtensender zitierte Sicherheitskräfte mit den Worten, dass es bisher keine Verbindung zwischen Paddock und einer terroristischen Vereinigung gebe.

Der mutmaßliche Täter sei vorher auch nicht als Krimineller aufgefallen, sagte ein Polizeisprecher weiter. Außer einem vergleichsweise kleinen Verkehrsdelikt sei weder im Bundesstaat Nevada noch bundesweit etwas in seiner Akte gefunden worden. Sein Bruder Eric Paddock sagte der Zeitung "Orlando Sentinel" in Florida: "Wir können nicht verstehen, was passiert ist."

IS reklamiert Tat für sich

Allerdings hat die Terrormiliz IS die Gewalttat über ihr Sprachrohr "Amak" für sich reklamiert. Der Schütze sei ein "Soldat" des Islamischen Staates gewesen, berichtete "Amak" am Montag. Paddock sei vor mehreren Monaten zum Islam konvertiert und sei zu einem Soldaten des IS geworden. Beweise dafür legte die Terrormiliz allerdings nicht vor.

Die US-Bundespolizei FBI allerdings teilte später mit, die Todesschüsse von Las Vegas stünden nach ersten Erkenntnissen nicht in Zusammenhang mit einer international agierenden Terrororganisation. 

Bei der Durchsuchung der Wohnung Paddocks fand die Polizei zunächst nichts Verdächtiges. Eine Razzia in dem 15.000-Einwohner-Städtchen Mesquite habe keine Auffälligkeiten ergeben, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei. In der Wohnung, in der der 64-jährige Paddock gewohnt habe, seien mehrere Waffen gefunden worden, sonst aber keine Hinweise auf die Vorbereitung einer Straftat.

Im Zusammenhang mit dem Angriff auf das Festival hatte die Polizei zunächst noch nach einer Frau gesucht. Kurz darauf teilte sie mit, dass die 62-Jährige ausfindig gemacht worden sei. Man gehe aber nicht davon aus, dass sie am Angriff auf das Festival beteiligt gewesen war, sagte ein Polizeisprecher zu CNN. Die "New York Times" beschrieb die Frau als Paddocks Mitbewohnerin, andere nannten sie dessen Begleiterin. Sie soll einen australischen Pass haben.

(wer/das/ap/afp/dpa)
 
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