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Tibet-Konflikt: Lhasa ab Mai wieder für Touristen offen

zuletzt aktualisiert: 03.04.2008 - 09:28

Peking (RPO). Nach den Protesten in Tibet will China ab kommenden Monat wieder Touristen in die tibetische Hauptstadt Lhasa lassen. Ab dem 1. Mai stehe der Zugang wieder offen, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung der tibetischen Regierungsbehörden.

Die anti-chinesischen Proteste in der Provinz Tibet hatten am 10. März begonnen und waren vier Tage später eskaliert. Dabei wurden nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 135 Menschen getötet. Die chinesische Regierung spricht von rund 20 Toten.

Rund 140.000 der insgesamt drei Millionen Einwohner Tibets arbeiten nach offiziellen Angaben direkt oder indirekt in der Tourismusindustrie. Im vergangenen Jahr wurden in der Hauptstadt Lhasa 2,7 Millionen Besucher aus China und dem Ausland gezählt.

Die Regierung in Peking ordnete unterdessen an, die Propaganda gegen den Dalai Lama, das im Exil lebende geistliche Oberhaupt der Tibeter, zu verschärfen. Außerdem sollten lokale Funktionäre der Kommunistischen Partei bestraft werden, die während der jüngsten Unruhen die politische Linie Pekings nicht entschlossen verfochten hätten, wie die Zeitung "Tibet Daily" am Donnerstag den tibetischen Parteichef Zhang Qingli zitierte.

Indirekt räumte die KP aber mit dieser Maßnahme ein, dass es ihr trotz jahrelanger Indoktrination nicht gelungen ist, die Unterstützung der Tibeter für den Dalai Lama zu schwächen. Peking macht die "Dalai-Clique" für die schweren antichinesischen Unruhen im vergangenen Monat verantwortlich.

Dalai Lama fordert Druck auf China

Der Dalai Lama hatte die internationale Gemeinschaft am Mittwoch aufgefordert, verstärkten Druck auf China auszuüben. Nur so könne das zunehmend scharfe Vorgehen des chinesischen Militärs gegen die anti-chinesischen Proteste in seinem Heimatland gestoppt werden, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des geistlichen Oberhauptes der Tibeter. Nach Protesten vor der chinesischen Botschaft in Nepal wurden 66 Exil-Tibeter festgenommen, darunter auch Mönche und Nonnen.

"Die chinesischen Behörden haben große Truppenkontingente in traditionell tibetischen Regionen stationiert," erklärte der Dalai Lama. Diese hätten nicht nur damit begonnen, hart gegen vermeintlich an Protesten Beteiligte vorzugehen, sondern auch Orte, an denen Demonstrationen stattfänden, abgeriegelt.

Der Dalai Lama richtete seine Bitte an Staats- und Regierungschefs, Parlamentsabgeordnete, Nichtregierungsorganisationen und die internationale Öffentlichkeit. Diese sollten sich für ein "sofortiges Ende" der derzeitigen Razzien, die Freilassung aller Gefangenen sowie eine angemessene medizinische Versorgung einsetzen. Unter Berufung auf "verlässliche Quellen" aus seinem Heimatland, berichtete der Dalai Lama von "vielen verletzten Tibetern", die Angst hätten, in chinesische Krankenhäuser zu gehen.

Der Dalai Lama forderte auch die Entsendung eines unabhängigen internationalen Gremiums nach Tibet, um die Unruhen und ihre Auslöser zu untersuchen. Die anti-chinesischen Proteste in Tibet hatten am 10. März begonnen und waren vier Tage später eskaliert. Dabei wurden nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 135 Menschen getötet. Die chinesische Regierung spricht von rund 20 Toten.

Demonstrationen in Nepal

In Nepal versammelten sich die Demonstranten vor dem Tor des chinesischen Botschaftsgeländes in der Hauptstadt Kathmandu. Dort riefen sie "Stoppt das Töten in Tibet" und "Lasst Tibet frei", wie ein AFP-Reporter berichtete. Nach Angaben der Polizei gingen 200 Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vor. Ein Polizeisprecher sagte, die Festgenommenen sollten noch am Abend freigelassen werden. Seit Beginn der Unruhen in Tibet finden in Nepal täglich Proteste gegen Chinas statt. Die Regierung in Kathmandu hatte angekündigt, sie zu verhindern.

Die Stadt Paris will das olympische Feuer am Montag wegen der Gewalt in Tibet mit einem großen Menschenrechtsbanner empfangen. Das Spruchband werden den Text "Paris verteidigt die Menschenrechte überall in der Welt" tragen und am Rathaus angebracht, sagte der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoë am Mittwoch. Paris sei der Ort "der Menschlichkeit und der Menschenrechte". Für ihn hätten alle Völker "dasselbe Recht auf Würde", sagte Delanoë. Er denke dabei "insbesondere an das tibetische Volk".

Quelle: afp

 
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