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Liz Woodwards Geschichte rührt die Welt
Eine Kellnerin bekommt eine gute Tat tausendfach zurück

Liz Woodward: Die Geschichte einer Kellnerin rührt die Welt
FOTO: Liz Woodward Facebook
Düsseldorf. Eine Geschichte aus Amerika zeigt, wie viel Gutes es noch in der Welt gibt: Sie beginnt mit der jungen Kellnerin und einer selbstlosen Tat. Was danach geschah, hätte sie noch nicht einmal zu träumen gewagt.

Liz Woodward kellnert in einem kleinen Diner in New Jersey. An einem Morgen Ende Juli kehrten zwei Feuerwehrleute bei ihr ein, Paul Hullings und Tim Young. Sie bestellen Pancakes und Kaffee. Zufällig bekommt Woodward mit, wie der erschöpfte Paul seinem Kollegen vom anstrengenden Einsatz in der Nacht erzählt. Ein Lagerhaus verlangte den Feuerwehrmännern seit Tagen alles ab.

Als sie gehen wollen, legt ihnen die Kellnerin statt einer Rechnung eine handgeschriebene Botschaft auf den Tisch. Darauf heißt es: "Euer Frühstück geht auf mich. Danke für alles, was ihr tut. Dafür, dass ihr anderen helft und dort hineingeht, wo andere weglaufen. Egal, welche Aufgabe ihr habt, ihr seid mutig, tapfer und stark. Danke, dass ihr jeden Tag so kühn und unerschrocken seid. Was für ein Vorbild ihr seid. Ruht euch aus."

Unterzeichnet ist das Schreiben auf dem einfachen Kassenzettel mit der Nummer 28942 mit Liz. Darunter hat jemand mit einem roten Stift einen kleinen Feuerwehrhelm gemalt.

Tim Young ist gerührt. Auf Facebook lädt er ein Foto der selbstlosen Rechnung hoch und empfiehlt all seinen Freunden mit Nachdruck einen Besuch in dem Restaurant, wo Liz kellnert. Er freut sich sehr über die freundliche Geste, bittet darum, den Diner zu unterstützen – und dieser außergewöhnlichen Kellnerin ein schönes Trinkgeld zu spendieren.

My friend Paul Hullings went with Hainesport station 391 as part of Burlington county tender strike team to the...

Posted by Tim Young on  Donnerstag, 23. Juli 2015

Nur wenige Stunden später erkennt Tim Young, dass Liz Woodward weitaus mehr als ein Trinkgeld gut gebrauchen könnte. Er entdeckt einen Aufruf auf einer Crowdfunding-Seite: Die Kellnerin sammelt dort seit dem Dezember 2014 Geld für ihren kranken, gelähmten Vater. Der Familie Woodward fehlt es nahezu an allem: Wegen der Erkrankung habe der Vater nicht mehr arbeiten können, später habe er das Haus aufgeben müssen.

Liz wünscht sich für ihn deswegen nur eins: Einen kleinen Bus, der Platz genug für den Transport eines Rollstuhls bietet und ihrem Vater die Rückkehr ins soziale Leben ermöglichen würde. "Er hat alles verpasst: Hochzeiten, Beerdigungen, Familienfeiern und Abschlussfeste", heißt es im Aufruf auf dem Spendenportal.

Turns out, the young lady who gave us a free meal is really the one that could use the help...

Posted by Tim Young on  Donnerstag, 23. Juli 2015

Nun erlebt sie eine moderne Variante des Märchens von Sterntaler, dem Mädchen, das sein letztes Hemd für die Armen gab und dafür mit einem Goldregen belohnt wurde. Weil Tim wenig später bei Facebook auf den Spendenaufruf hinwies, die Geschichte mit dem Frühstück auf Kosten der Kellnerin aber bereits im Netz populär wurde, ergoss sich zu Liz' großer Überraschung eine Flut von Spenden auf ihrer Crowdfunding-Seite.

Nun berichteten auch große TV-Sender wie ABC über das Märchen von New Jersey. Der Spendenaufruf wurde zum Selbstläufer, weltweit erfuhren Menschen via Medien und Facebook von Sterntaler Liz Woodward. Nach gut drei Wochen hatten sich so statt der benötigten 17.000 mehr als 70.000 Dollar (umgerechnet etwa 64.000 Euro) angehäuft, mehr als 1200 Menschen haben für den kranken Vater gespendet.

Die Woodwards sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft, die sie jetzt erfahren. "Ich möchte jedem einzelnen von euch wundervollen Menschen meinen Dank dafür aussprechen, dass unser Traum wahr werden konnte", schreibt Liz.

Mit den beiden Feuerwehrmännern, deren Unterstützung ihnen so geholfen hat, verbindet sie inzwischen eine Freundschaft. Mehrfach haben sich Tim, Paul und die Woodwards schon getroffen. Mit dabei: Liz' Vater.

Tim and Paul, WELCOME TO THE WOODWARD FAMILY!

Posted by Liz Woodward on  Sonntag, 26. Juli 2015

Im Rückblick muss die Kellnerin immer noch staunen: "Ich hätte niemals gedacht, dass mehr passieren würde, als dass zwei Männer lächelnd den Diner verlassen. Aber es zeigt, dass sich Freundlichkeit auszahlt und dass auch die winzigste Geste das Leben eines Menschen verändern kann."

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