Trauerfeier für ermordete Stiefschwestern: Lüttich: Bewegender Abschied von Stacy
zuletzt aktualisiert: 03.07.2006 - 17:17Lüttich (rpo). Zwei Tage nach der Beerdigung der kleinen Nathalie ist jetzt auch ihre drei Jahre jüngere Stiefschwester Stacy in Lüttich beigesetzt worden. An der bewegenden Trauerfeier mit 250 Gästen nahmen auch zahlreiche Schulkameraden des Mädchens sowie Politiker teil. Die Ermordung der Mädchen hatte in der vergangenen Woche auch international für Trauer und Wut gesorgt.
Das belgische Fernsehen übertrug die Zeremonie direkt; vor der Kirche verfolgten rund 500 Menschen die Trauerfeier auf einer Leinwand. Die Siebenjährige wurde anschließend im kleinen Kreis auf dem Friedhof Paifve neben ihrer Großmutter beigesetzt.
Unter den Gästen der bewegenden Feier waren Vize-Ministerpräsident Didier Reynders, der Lütticher Bürgermeister Wily Demeyer und der wallonische Wirtschaftsminister Jean-Claude Marcourt. Der kleine weiße Sarg war über und über mit Blumen und Plüschtieren bedeckt, bevor er in einem Autokorso zum Friedhof außerhalb der Stadt gebracht wurde. Eine Motorrad-Clique von Stacys Vater begleitete den Zug.
Die siebenjährige Stacy war in der Nacht zum 10. Juni gemeinsam mit ihrer drei Jahre älteren Stiefschwester Nathalie entführt worden. Die Leichen der beiden Mädchen wurden am vergangenen Mittwoch an einer Bahnstrecke in der Kanalisation unweit der Stelle gefunden, wo die Kinder verschwunden waren. Der Autopsie zufolge wurden beide Mädchen erwürgt, Nathalie wurde vergewaltigt. Der einzige Verdächtige leugnet die Tat.
Das Ergebnis einer DNA-Analsyse wird für diese Woche erwartet. Der Fall hatte in Belgien große Anteilnahme und traurige Erinnerungen an den Fall des Pädophilen und Kindermörders Marc Dutroux geweckt. Stacys Stiefschwester Nathalie war bereits am Samstag im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Die Eltern der Zehnjährigen leben getrennt.
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