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Zehn Jahre nach dem Verschwinden
Madeleines Eltern geben die Hoffnung nicht auf

Madeleines Eltern geben die Hoffnung nicht auf
Dieses Foto zeigt das Mädchen kurz vor ihrem Verschwinden am 3. Mai 2007. FOTO: dapd, -
London. Zehn Jahre nach dem Verschwinden des britischen Mädchens Madeleine McCann haben die Eltern weiter die Hoffnung, dass sie eines Tages wieder mit ihr vereint sein werden. Die Ermittlungen der Polizei seien vielversprechend, sagen sie.

Sie fühlten sich durch die "echten Fortschritte" ermutigt, die die britische Polizei in den vergangenen fünf Jahren gemacht habe, sagten Gerry und Kate McCann in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der britischen Medien. Scotland Yard hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass Ermittler ein Jahrzehnt später noch wichtigen Hinweisen nachgingen, um Madeleines Spur zu verfolgen.

Die damals dreijährige Madeleine McCann war am Abend des 3. Mai 2007 aus einer Ferienwohnung in der portugiesischen Algarve-Region verschwunden. Ihre Eltern waren damals in eine nahegelegene Tapas-Bar gegangen, nachdem sie Madeleine und deren Zwillingsgeschwister ins Bett gebracht hatten. Trotz einer bislang mehr als elf Millionen Pfund (rund 13 Millionen Euro) kostenden Ermittlung hat die Polizei keine "endgültigen Beweise" dafür, ob Madeleine noch lebt oder tot ist. Das auch als "Maddie" bekannte Mädchen wäre heute fast 14 Jahre alt.

Laut Polizei wurde das Mädchen aus der Wohnung entführt, doch wie und weshalb dies passierte, ist noch größtenteils ein Rätsel. Eine Theorie, die nach Angaben der Polizei noch nicht ausgeschlossen wurde, ist, dass ein Einbruch fehlschlug.

So könnte Madeleine McCann heute aussehen FOTO: dpa, Teri Blythe

"Du hast eine neue Normalität"

Gerry McCann räumte ein, dass es erschütternd sei, Madeleine nicht gefunden zu haben. Doch fügte er hinzu: "Kein Elternteil wird sein Kind aufgeben, außer, wenn es sicher weiß, dass sein Kind tot ist.
Und wir haben einfach keine Beweise", sagte der Vater. Seine Frau stimmte ihm zu. "Meine Hoffnung, dass Madeleine da draußen ist, ist nicht weniger als sie es vor fast zehn Jahren war", sagte Kate McCann.

Der Fall hat zum Teil dadurch globales Interesse erregt, weil die McCanns beim Versuch, Madeleine zu finden, eine Kampagne führten, um den Fall an die Öffentlichkeit zu bringen. Das Paar kündigte auch an, ein Gerichtsurteil anzufechten, das einen ehemaligen portugiesischen Ermittler von Vorwürfen freigesprochen hatte, gegen Verleumdungsgesetze verstoßen zu haben, indem er in einem Buch den McCanns vorgeworfen hatte, in Madeleines Verschwinden verwickelt zu sein.

Die McCanns sagten, sie versuchen, wie andere Familien, die Tragödien erlebt hätten, nach vorn zu blicken und sich auf ihre zwölf Jahre alten Zwillinge zu konzentrieren. "Du passt dich an und du hast eine neue Normalität", sagte Gerry McCann. "An irgendeinem Punkt musst du begreifen, dass die Zeit nicht erstarrt ist." Seine Frau sagte, sie kaufe Madeleine noch immer jedes Jahr Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke. Sie könne nicht anders, erklärte Kate McCann. "Sie ist immer noch unsere Tochter, sie wird immer unsere Tochter sein."

(csi/ap)
 
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