Fall Maddie: McCanns beten für Rückkehr ihrer Tocher
zuletzt aktualisiert: 04.11.2007 - 11:15London (RPO). In einer Zeremonie haben die Eltern der verschwundenen Madeleine für ihre Tochter gebetet. Der Gottesdienst begann exakt um die Tageszeit, zu der Maddie vermutlich vor einem halben Jahr verschwunden ist.
Der ökumenische Gottesdienst in der Kirche von Rothley, dem Heimatort der McCanns, begann um 21.30 Uhr. Vermutlich zu dieser Uhrzeit war Madeleine am 3. Mai aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Das ist nun genau sechs Monate her. Die Eltern Gerry und Kate McCann, die damals zeitgleich in einem nahe gelegenen Restaurant zu Abend aßen, starteten nach dem Verschwinden eine beispiellose Medienkampagne, um auf ihren Fall aufmerksam zu machen.
Pfarrer Rob Gladstone sprach in der Zeremonie ein Gebet für vermisste Kinder und ihre Familien. Gladstone schloss neben Maddie auch andere verschwundene Kinder in die Andacht ein. Gerry und Kate McCann wollten sich vor und nach dem Gottesdienst nicht äußern. Sie hatten bereits einige Stunden zuvor mit ihren zweijährigen Zwillingen Sean und Amelie die 700 Jahre alte Kirche besucht, um ein Gebet im Familienkreis zu sprechen. An dem Gottesdienst nahmen die Zwillinge dann nicht mehr teil.
Brian Kennedy, Maddies Großonkel, sagte vor Journalisten, der Gottesdienst sei "sehr erbaulich" gewesen. Für Gerry und Kate McCann sei es eine "sehr emotionale Zeit", die sie aber gut meisterten. Ein Freund der Familie sagte, das Paar sei "sehr entschlossen" in ihrer Überzeugung, dass Maddie noch am Leben ist. "Das müssen wir ihnen glauben", sagte der Freund.
Maddies Eltern hoffen weiter
Die McCanns gingen am Samstag auch mit einem neuen Hilfsappell an die Öffentlichkeit. "Wenn Sie irgendwelche Informationen im Zusammenhang mit Madeleines Verschwinden oder Verbleiben haben, bitte leiten Sie diese weiter", heißt es in einer Erklärung von Kate McCann. "Sechs Monate von seiner Familie getrennt zu sein, ist so eine lange Zeit für ein kleines Mädchen. Wir glauben, dass unsere Madeleine noch immer irgendwo da draußen ist und hoffen weiter, dass wir wieder vereint sein werden."
"Madeleine ist so ein wunderbarer kleiner Mensch", erklärte McCann weiter. Es bestehe kein Zweifel daran, dass Maddie am besten bei ihrer Familie aufgehoben sei. "Wir wissen, dass irgendjemand irgendwo dies ermöglichen kann. Diese Person hat die Fähigkeit und Kraft, so viel Freude zu bringen, aber auch Frieden mit sich selbst zu finden."
Bislang haben die Ermittler im Fall Maddie noch keine heiße Spur. Die portugiesische Polizei erklärte die McCanns im September selbst zu Verdächtigen, was das Ärztepaar als absurd zurückweist.
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