Nach dem verheerenden Erdbeben: Medikamente in Haiti werden knapp
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 20:39Port-au-Prince (RPO). Nach der Erdbebenkatastrophe von Haiti gehen Ärzten und Krankenhäusern angesichts der zahllosen Verletzten die Medikamente aus. In einigen Kliniken gebe es kaum noch elementarste Dinge wie Antibiotika und Schmerzmittel, berichten die Mediziner.
Wie UN-Sprecherin Elisabeth Byrs am Freitag in Genf sagte, erschwere dieser Engpass die Versorgung von 200.000 Patienten nach Operationen. Etliche weitere seien zudem noch gar nicht behandelt.
In dem beschädigten Krankenhaus von Jacmel etwa werden täglich 500 Patienten behandelt, wie die freiwillige Helferin Dr. Nancy Fleurancois einer UN-Delegation erklärte. Für viele sei es der erste Besuch beim Arzt seit dem Beben. Dringend gebraucht werden demnach Antibiotika und chirurgische Hilfsmittel.
Einer Klinik nahe des Flughafens der Hauptstadt Port-au-Prince gehen sogar Dinge wie Schutzhandschuhe und Verbandsmüll aus. Das erklärte Kathleen Sejour, die Leiterin des Hauses. Schwierig sei vor allem die Versorgung von Menschen mit amputierten Gliedmaßen. Zudem würden die Malaria-Mittel knapp.
Der Grund für den Engpass liegt in dem immensen Bedarf. Der ist so groß, dass es nicht gelingt, schnell genug Nachschub nach Haiti zu bringen. Die zerstörte Infrastruktur des Landes erschwert zudem die Verteilung. Nach Angaben von Ärzten steht die Lieferung von Medikamenten außerdem an dritter Stelle der notwendogen Dinge. Wichter sind demnach Lebensmittel und Zelte.
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