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Gewaltausbruch auf dem Tempelberg
Mehr als 40 Verletzte in Jerusalem

Gewaltausbruch auf dem Tempelberg: Mehr als 40 Verletzte in Jerusalem
Ein Palästinenser flüchtet vor den Ausschreitungen auf dem Jerusalemer Tempelberg. FOTO: AP, AP
Jerusalem (RPO). Keine Ruhe in Nahost: Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei in Jerusalem sind mehr als 40 Demonstranten und Beamte verletzt worden. Die Gewalt entflammte am Freitag bei einer Demonstration von Palästinensern auf dem Tempelberg und weitete sich dann in der Altstadt und auf Ost-Jerusalem aus. Die Palästinenserregierung verurteilte "die israelische Gewalt".

Die israelische Polizei löste zunächst eine Kundgebung palästinensischer Demonstranten auf dem Tempelberg gewaltsam auf. Dabei setzten die Beamten Tränengas und Blendgranaten ein. Ein Polizeisprecher sagte, die Sicherheitskräfte seien eingeschritten, als Steine auf jüdische Gläubige an der Klagemauer am Fuße des Tempelberges geworfen worden seien. Die Gläubigen seien in Sicherheit gebracht worden. Die Polizei zog sich nach Diskussionen mit der Behörde für muslimische Kulturgüter schließlich zurück.

Steinwürfe an der Klagemauer

Später kam es im muslimischen Viertel der Jerusalemer Altstadt zu weiteren Zusammenstößen. Auch aus dem Viertel Ras el Amud in Ost-Jerusalem wurden Zwischenfälle gemeldet. Bei den Auseinandersetzungen wurden etwa 30 Palästinenser leicht verletzt, wie Krankenhäuser in Ost-Jerusalem mitteilten.

Zehn Demonstranten wurden demnach durch Gummigeschosse verwundet, etwa 15 weitere ließen sich wegen durch Tränengas ausgelöster Beschwerden behandeln. Ein Polizeisprecher sagte, fünf Beamte seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Rund ein Dutzend weitere verletzte Polizisten seien vor Ort behandelt worden.

Palästinensische Kritik an Israel

Der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Zusammenstöße als "Eskalation der israelischen Gewalt in Jerusalem und anderswo im Westjordanland". Damit wolle die israelische Regierung die Bemühungen der USA um eine Wiederbelebung der Nahost-Friedensgespräche "sabotieren", erklärte Abu Rudeina.

Bereits am vergangenen Sonntag hatte es am Tempelberg ähnlichen Zwischenfälle gegeben. Auf dem Tempelberg erhebt sich neben dem Felsendom auch die El-Aksa-Moschee, das drittwichtigste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina.

Die gewaltsamen Proteste folgten auf die Entscheidung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, das Grab der Patriarchen und das Grab der Rachel in eine israelische Denkmal-Schutzliste aufzunehmen. Die beiden heiligen Stätten liegen im Westjordanland. Das Grab der Patriarchen in Hebron ist sowohl den Juden als auch den Muslimen heilig.

(AFP/felt)
 
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