Simbabwe: Mehr als 400 Tote bei Cholera-Ausbruch
zuletzt aktualisiert: 30.11.2008 - 14:45Harare (RPO). Einem Ausbruch der Cholera in Simbabwe sind laut offiziellen Angaben 425 Menschen zum Opfer gefallen. Die Gesundheitsbehörden befürchteten angesichts der bevorstehenden Regenzeit zahlreiche weitere Erkrankungen. Seit August seien mehr als 11.000 Menschen erkrankt.
In den vergangenen zwei Wochen habe sich die Ausbreitung der Seuche beschleunigt, wie die amtliche Zeitung "Sunday Mail" am Sonntag berichtete. Allein in der Hauptstadt Harare starben nach Angaben von Gesundheitsminister David Parirenyatwa bereits 152 Menschen, mehr als 6.000 seien vermutlich erkrankt.
Der Cholera-Erreger wird von verseuchtem Trinkwasser und Nahrungsmitteln übertragen. Die Trinkwasserversorgung in Simbabwe liegt seit Jahren danieder. In Harare spült der Regen die auf der Straße liegenden Abfälle direkt in die Kanäle, aus denen Trinkwasser bezogen wird. Die Bevölkerung in Simbabwe leidet bereits unter Hunger und politischer Unsicherheit.
Kostenlose Gräber und Särge
Angesichts der Epidemie stellt die Hauptstadt Harare kostenlose Särge und Gräber für die Opfer zur Verfügung. Nach Angaben eines Sprechers verständigte sich der Stadtrat bereits vor einigen Tagen auf die Maßnahme, um die Seuche einzudämmen. In Simbabwe kostet ein Grab den Angaben zufolge 25 bis 30 Dollar (20 bis 24 Euro). Dies könnten sich jedoch nur wenige Menschen leisten. Wegen einer Bargeld-Knappheit aufgrund der Rekordinflation dürfen sie zudem nur umgerechnet einen halben US-Cent pro Tag von ihren Konten abheben. Im Juli hatte die Inflationsrate des Landes 213 Millionen Prozent betragen.
Cholera ist eine hoch ansteckende Durchfallkrankheit, die bei fehlender Behandlung rasch zum Tod führen kann. In Simbabwe ist sie wegen der zusammenbrechenden Infrastruktur massiv auf dem Vormarsch.
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