| 13.38 Uhr

Ursache unklar
Mehr als 50 Verletzte bei S-Bahn-Unfall in Barcelona

S-Bahn-Unglück im Bahnhof Francia in Barcelona
S-Bahn-Unglück im Bahnhof Francia in Barcelona FOTO: afp
Barcelona. Der Unfall ereignete sich bei der Einfahrt eines Zugs in den Bahnhof França: Mehr als 50 Menschen sind bei einem S-Bahn-Unfall in Barcelona verletzt worden. Darunter war ein Schwerverletzter, auch der Zugführer wurde verletzt.

Ein aus Sant Vicenç de Calders kommender Vorortzug sei am Freitagmorgen bei der Einfahrt im Fern- und Regionalbahnhof Estación de Francia (Französischer Bahnhof) gegen einen Prellbock gefahren, teilte eine Sprecherin des Zivilschutzes mit. Der S-Bahn-Zug fuhr nach Medienberichten gegen 7.15 Uhr in den Bahnhof ein. Er kam aus dem Vorort Sant Vicenç de Calders. 

Der Zug sei bei normaler Geschwindigkeit eingefahren, habe nicht gebremst und sei dann gegen den Prellbock gefahren, sagte ein Sicherheitsmann des Bahnhofs AFPTV. 

Insgesamt seien 54 Menschen verletzt worden, erklärten die Rettungskräfte im Kurzbotschaftendienst Twitter. Unter den Verletzten waren ein Franzose und ein Rumäne, alle anderen waren Spanier, wie ein Sprecher des Zivilschutzes sagte. Es gebe einen Schwerverletzten, berichten die Nachrichtenagenturen AP und AFP. Zuvor hatte es geheißen, fünf Menschen seien schwer verletzt.

Insgesamt 18 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Viele Verletzte wurden auf dem Bahnsteig behandelt. Einige weinten und standen unter Schock. Zahlreiche Kranken-, Polizei- und Feuerwehrwagen waren vor Ort. Weil der Zug überfüllt war, standen offenbar viele Passagiere zum Zeitpunkt des Unglücks, was die Zahl der Verletzten erhöhte.

Katalanischer Regierungschef Carles Puigdemont vor Ort

Der Moment des Aufpralls habe sich angefühlt wie ein Erdbeben, berichtete die Zugreisende Lidia, die sich im ersten Waggon befunden hatte, der Tageszeitung "La Vanguardia". Sie habe mehrere Menschen mit Schnittwunden am Kopf und im Gesicht gesehen.

Die Zugführerkabine wurde von der Feuerwehr und der Regionalpolizei mit einer Plane abgedeckt. Auf Amateurvideos war der vordere Teil des Zuges zu sehen, der auf einer Länge von etwa zwei Metern völlig eingedrückt war. Der Unfallzug blieb ansonsten weitgehend unbeschädigt.

Die Straßen rund um den Bahnhof waren laut dem Radiosender Cadena Ser gesperrt, um Rettungswagen einen schnellen Zugang zur Unfallstelle zu ermöglichen. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont besuchte noch am Morgen den Unfallort, auch Verkehrsminister Iñigo de la Serna wollte sich dorthin begeben.

Die Ursache des Unfalls war zunächst unbekannt. Die Bahngesellschaft Renfe teilte mit, Ermittlungen seien bereits aufgenommen worden. Bahnarbeiter von Renfe hatten am Freitag einen eintägigen Streik eingelegt. Der aufgeprallte Zug war Teil eines Minimalbetriebs, den ein Ministerium angeordnet hatte.

(das/dpa/AFP/AP)
 
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