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Nach Hurrikan "Matthew"
Mehrere Menschen sterben in Haiti an Cholera

Port-Salut. Eine Woche lang wütete "Matthew" in der Karibik und an der US-Ostküste, die Bilanz ist erschreckend: Mehr als 500 Tote in Haiti, mindestens 17 in den USA, dazu Überschwemmungen und Zerstörung. Haiti droht bereits die nächste Katastrophe.

Knapp eine Woche nachdem der Hurrikan "Matthew" über Haiti hinweggezogen ist, wächst in dem Land die Angst vor einer Cholera-Epidemie. Das einzige Krankenhaus in der zerstörten Küstenstadt Port-Salut im Süden des Karibikstaats meldete seinen ersten Cholera-Toten. Acht weitere Patienten habe das Krankenhaus allein in den vergangenen Tagen aufgenommen, berichtete Direktor Stevenson Desravines. Auch in anderen Gebieten im Süden Haitis starben einige Menschen an der schweren Infektionskrankheit.

Das Land hat sich bis heute noch nicht von dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 erholt, bei dem rund 250.000 Menschen starben. Neun Monate später brach die Cholera aus, offenbar wurde die Seuche von nepalesischen UN-Blauhelmsoldaten eingeschleppt. Hunderttausende erkrankten seitdem, Tausende starben.

Internationale Hilfsorganisationen warnen vor einer neuen Epidemie. "Überschwemmte Gebiete, schlammige Pfützen sowie die Leichen von Menschen und Tieren sind perfekte Brutstätten für den Erreger", sagte der Haiti-Vertreter des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Marc Vincent. "Jeder Tag ohne Abhilfe erhöht das Cholera-Risiko".

Überschwemmungen in den USA

Nach der Karibik hat "Matthew" auch entlang der US-Ostküste eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Mindestens 17 Menschen kamen in den betroffenen US-Staaten ums Leben, weite Landstriche vor allem in North Carolina standen unter Wasser. Rettungskräfte der Küstenwache mussten Menschen mit Hubschraubern von Dächern holen. "Matthew" verlor am Sonntag an Kraft und wurde vom US-Hurrikanzentrum nicht mehr als Hurrikan eingestuft. Von der Küste North Carolinas zog er auf den Atlantik hinaus.

Die Katastrophe war damit aber bei weitem nicht überstanden. Meteorologen sagten auch für Montag noch heftige Regenfälle in North Carolina und Virginia voraus. In einer Entfernung von bis zu 160 Kilometern von der Küste mussten Menschen im Landesinneren aus ihren Häusern fliehen, als Flüsse und Bäche über die Ufer traten. An die zwei Millionen Menschen waren in den betroffenen Staaten ohne Strom.

Noch mehr Tote möglich

Acht der Toten stammten aus North Carolina, zwei aus South Carolina, vier aus Georgia und drei aus Florida. Die meisten von ihnen wurden weggeschwemmt, andere von umfallenden Bäumen erschlagen. Gouverneur Pat McCrory sagte, in North Carolina würden noch fünf Menschen vermisst. Das Ausmaß der Schäden sei noch nicht abzuschätzen. Die Hilfsmannschaften hätten einige Gegenden noch nicht erreichen können, in denen es die Nacht über durchgeregnet habe. "Es könnte einige Nebenstraßen geben, auf denen Menschen weggeschwemmt wurden", sagte der Gouverneur. "Ich bete dafür, dass es nicht so ist."

"Matthew" war in der vergangenen Woche als verheerender Hurrikan durch die Karibik gezogen und hatte allein in Haiti mehr als 500 Menschen in den Tod gerissen.

(crwo/ap)
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