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Gewalt in Afghanistan: Mehrere Nato-Soldaten bei Anschlag getötet

zuletzt aktualisiert: 18.08.2009 - 17:14

Kabul (RPO). Zwei Tage vor den Wahlen in Afghanistan nimmt die Gewalt weiter zu. Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul wurden am Dienstag mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt, nach Angaben der Nato-Truppe ISAF waren auch ausländische Soldaten unter den Opfern. Zuvor hatten radikalislamische Taliban, die zum Boykott der Wahl aufrufen, Raketen auf Kabul abgefeuert und unter anderem den Präsidentenpalast getroffen.

Isaf-Soldaten und afghanische Polizei am Ort des Selbstmordanschalges in Kabul.  Foto: AP, AP
Isaf-Soldaten und afghanische Polizei am Ort des Selbstmordanschalges in Kabul. Foto: AP, AP

Der Attentäter sprengte sich auf einer belebten Hauptstraße im Osten der Hauptstadt in die Luft. Der Anschlag, zu dem sich die Taliban bekannten, richtete sich gegen einen Konvoi der internationalen Truppen, wie ein Polizeisprecher sagte. Da die Bombe in der Nähe eines Basars hochging, seien zahlreiche Zivilisten unter den Opfern. Nach UN-Angaben wurden auch zwei Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet, ein weiterer wurde verletzt.

Raketentreffer in Kabul

Nach Angaben von Sicherheitsvertretern waren zuvor zwei bis drei Raketen auf Kabul abgefeuert worden. Ein Geschoss schlug nach Regierungsangaben im Außenbereich des Präsidentenpalastes ein. In Dschalalabad im Osten des Landes wurden bei Raketeneinschlägen mindestens zehn Menschen verletzt. In der Südprovinz Urusgan sprengte sich ein Attentäter vor einem Militärposten in die Luft und riss drei einheimische Soldaten und zwei Zivilisten mit in den Tod.

In der Provinz Dschawdschan im Norden des Landes wurde erneut ein Kandidat für die Provinzwahlen getötet. Nach Polizeiangaben wurde Abdul Rahim am Montagabend aus einem Hinterhalt erschossen. Die Wahlen der Provinzräte finden zeitgleich mit den Präsidentschaftswahlen am Donnerstag statt, bei denen Amtsinhaber Hamid Karsai als Favorit ins Rennen geht.

Deutsche Soldaten unter Beschuss

Bei einem Bombenanschlag in der Provinz Badachschan wurden ebenfalls im vergleichsweise ruhigen Norden des Landes drei Wahlhelfer zusammen mit ihrem Fahrer getötet. In der Nähe von Kundus wurden erneut deutsche Soldaten der Nato-Truppe ISAF angegriffen. Sie seien mit Handfeuerwaffen und Panzerabwehrhandwaffen beschossen worden, teilte Einsatzführungskommando in Potsdam mit. Verletzte gab es demnach nicht.

Der Urnengang findet unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt: 200.000 afghanische und 100.000 internationale Sicherheitskräfte sollen die bis zu 7000 Wahllokale absichern. Die Nato-Truppe ISAF will ihre "offensiven Operationen" am Wahltag aussetzen und sich auf den Schutz der Wähler konzentrieren. Die Taliban bekräftigten am Dienstag ihre Drohung, Wahllokale direkt anzugreifen.

Nachrichtensperre am Wahltag

Die afghanische Regierung rief zu einer vorübergehenden Nachrichtensperre am Wahltag auf, um die Wähler nicht durch Anschlagsmeldungen weiter zu verschrecken. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) geht davon aus, dass die Wahl von Gewalt, Betrug und geringer Beteiligung überschattet wird.

US-Präsident Barack Obama schwor sein Land auf einen langen Kampf gegen die Aufständischen in Afghanistan ein. "Wir werden sie nicht über Nacht besiegen", sagte Obama vor Kriegsveteranen im US-Bundesstaat Arizona. Zugleich verteidigte er den Einsatz als "grundlegend für den Schutz des amerikanischen Volkes".

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat John McCain zeigte sich bei einem Besuch mehrerer US-Senatoren in Kabul zuversichtlich, dass der Einsatz erfolgreich sein könne. Dazu aber müsse die internationale Truppenstärke seiner Ansicht nach erneut "deutlich erhöht" werden.

Quelle: AFP/AFP/asl

 
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