| 17.35 Uhr

Vorfall in Melbourne
Autofahrer rast absichtlich in Menschenmenge

Melbourne: Auto rast in Australien in Menschenmenge
Melbourne . In Melbourne ist am Donnerstag ein Mann wohl absichtlich mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast. 19 Menschen wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer, teilten die Rettungskräfte in der zweitgrößten australischen Stadt mit.

Der Fahrer wurde nach Angaben der Polizei festgenommen. Der Autofahrer hat seinen Wagen nach Einschätzung der Ermittler absichtlich in die Menschenmenge gesteuert. Es sei von einer "vorsätzlichen Tat" auszugehen, teilte die Polizei mit.  

Die Polizei sieht keine Anzeichen für eine politisch motivierte Tat. Es gebe keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund, teilte die Polizei des australischen Bundesstaates Victoria mit. Die Motive des festgenommenen Fahrers seien bisher nicht bekannt. Bei dem australischen Staatsbürger seien früher psychische Probleme festgestellt worden.

Der Regierungschef des australischen Staates Victoria sagte, vier der 19 Verletzten befänden sich in einem kritischen Zustand. Nach Medienberichten war unter ihnen ein Junge im Vorschulalter, der schwer am Kopf getroffen worden sei. Premierminister Malcolm Turnbull reagierte schockiert. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Verletzten und Medizinern, twitterte er.

Melbourne - Auto rast in Menschenmenge FOTO: ap

Ein weißer SUV mit zwei männlichen Insassen sei ungebremst in die Menge gerast, berichtete der Sender unter Berufung auf Zeugen. Das Fahrzeug sei schließlich gegen einen Poller geprallt.

Offenbar keine zweite Person im Fahrzeug

Erste Berichte, wonach neben dem Fahrer noch eine zweite Person in dem Auto war, wurden später dementiert. Polizeichef Shane Patton sagte, ein zweiter Mann sei festgenommen worden, weil er den Zwischenfall mit seinem Handy gefilmt und in einer Tasche drei Messer dabei gehabt habe. Es werde geprüft, ob der 24-Jährige eine Verbindung zum Fahrer habe, sagte der Polizeichef. "Zu diesem Zeitpunkt glauben wir aber nicht, dass das der Fall ist."

Augenzeugen berichteten dem Rundfunksender Ten Network, der Fahrer sei absichtlich und mit hohem Tempo von etwa 100 Kilometern pro Stunde in die Passanten gerast. Die Gegend war zu dem Zeitpunkt des Geschehens nicht nur wegen vieler Pendler voller Menschen. Auch waren viele unterwegs, um letzte Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Unter den Verletzten sollen auch Kinder sein.

Den Berichten von Passanten zufolge soll der Autofahrer mit seinem weißen Geländewagen gegen 16.40 Uhr über eine rote Ampel gefahren und in die Passanten gefahren sein, als diese gerade den größten Zebrastreifen in Richtung der Bahnstation überquerten.

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"Wir hörten bumm, bumm"

Er habe ganz offensichtlich Menschen treffen wollen, weil er direkt auf die größte Menge zugesteuert sei. "Wir konnten diesen Lärm hören", sagte eine Augenzeugin namens Sue dem Melbourner Radiosender 3AW: "Als wir nach links schauten, sahen wir dieses weiße Auto, es mähte einfach alle um. Menschen flogen überall herum. Wir hörten bumm, bumm."

Eine Zeugin sagte dem Radiosender 3AW, sie habe Schreie gehört, bevor Menschen in alle Richtungen weggeschleudert worden seien. "Wir haben diesen Lärm gehört, nach links geschaut und dieses weiße Auto gesehen, das einfach alle niedergemäht hat", sagte sie.

Die Polizei des Bundesstaates Victoria forderte Zeugen im Kurzbotschaftendienst Twitter auf, den Ermittlern Bilder von dem Vorfall zu schicken, um sie bei den Untersuchungen zu unterstützten.

Der Vorfall ähnelt einem anderen vom Januar, als ein Fahrer am selben Ort zu einer Fahrt ansetzte und in einer Fußgängerzone in Passanten raste. Sechs Menschen starben, 30 wurden verletzt. Dem Fahrer wird sechsfacher Mord vorgeworfen. Der Vorfall vom Januar wird nicht als Terrorakt behandelt.

(csr/dpa)
 
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