kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Festnahmen in Peru: Menschen wegen Körperfetts getötet

zuletzt aktualisiert: 20.11.2009 - 13:01

Lima (RPO). Eine Mörderbande im Dschungel von Peru hat nach Polizeiangaben Menschen umgebracht und ihnen das Körperfett entzogen, um es auf dem Schwarzmarkt für kosmetische Zwecke zu verkaufen. Die Zahl ihrer Opfer ist unbekannt.

Hier beschlagnahmt Perus Polizei zwei Flaschen menschliches Fett.  Foto: AP, AP
Hier beschlagnahmt Perus Polizei zwei Flaschen menschliches Fett. Foto: AP, AP

Verhaftete Bandenmitglieder hätten fünf Morde gestanden, doch könnten es Dutzende mehr gewesen sein, erklärte Polizeioberst Jorge Mejia. Einer habe ausgesagt, ihre Bande sei nicht die einzige. Allein der noch flüchtige Anführer soll nach Aussage eines Verdächtigen schon seit über 30 Jahren Menschen wegen ihres Fetts töten. Mediziner reagierten allerdings skeptisch.

Die Polizei verpasste der Bande den Namen "Pishtacos" - nach mythischen Gestalten der peruanischen Sagenwelt, die ihre Opfer mit Macheten gevierteilt und ihnen das Fett ausgesogen haben sollen. Zwei der Verhafteten hatten Mejia zufolge bei ihrer Ergreifung Flaschen mit flüssigem Menschenfett dabei, das nach ihrer Aussage umgerechnet 10.000 Euro pro Liter wert sein soll. Verkauft wurde das Fett an Mittelsmänner in der Hauptstadt Lima und ging nach Vermutung der Polizei weiter an Kosmetikfirmen in Europa. Beweise dafür hat Mejia allerdings nicht.

Mindestens 60 Vermisste

In der Provinz Huanoco, wo die Bande ihr Unwesen trieb, wurden allein in diesem Jahr mindestens 60 Menschen als vermisst gemeldet. Allerdings sind dort auch Drogenschmuggler und Rebellen zugange. Die Polizei bekam nach Angaben Mejias vor Monaten einen Tipp, dass in Lima Fett aus dem Dschungel verkauft werde. Es gelang, Zugang zu der Bande und schließlich auch eine Probe der bernsteinfarbenen Flüssigkeit zu bekommen. Eine Laboranalyse bestätigte, dass es sich um menschliches Fett handelte. Anfang November wurden an einer Bushaltestelle in der Hauptstadt zwei Verdächtige mit einem Liter Fett in einer Getränkeflasche gefasst, auf ihre Aussage hin wenige Tage später ein dritter. Nach sechs weiteren, darunter auch Bandenchef Hilario Cudena, wird noch gefahndet.

Einer der Verhafteten führte die Beamten in einem Tal voller Kokaplantagen zu dem halbverwesten Kopf eines 27-jährigen Mannes. Er schilderte laut Mejia, wie die Bande ihren Opfern Kopf, Arme und Beine abzutrennen pflegte. Dann wurde den Angaben zufolge der Torso an Haken über Kerzenflammen aufgehängt und das schmelzende Fett in Wannen aufgefangen.

"Das ergibt überhaupt keinen Sinn"

Fachleute bezweifeln, dass es einen internationalen Schwarzmarkt für menschliches Körperfett gibt. Die Dermatologin Lisa Donofrio von der Universität Yale kann sich das allenfalls in kleinem Maßstab für "Körperfettextrakte" vorstellen, die die Haut aufpolstern sollen. Wissenschaftlich gesehen seien solche Behandlungen allerdings "kompletter Quatsch".

Körperfett wird auch benutzt, um beispielsweise Falten zu unterspritzen. Es stammt dann aber von dem Patienten selbst und wird in der Regel aus Bauch oder Gesäß abgesaugt. Würde Körperfett eines anderen Menschen genommen, "bestünde die Gefahr einer Immunreaktion, die lebensbedrohliche Folgen haben könnte", erklärte Neil Sadick, Dermatologe am Cornell Weill Medical College in New York.

Ungläubig reagierte auch Adam Katz, Professor für Plastische Chirurgie an der Universität von Virginia. "Ich wüsste nicht, warum es einen Schwarzmarkt für Fett geben sollte", meinte er. "Das ergibt überhaupt keinen Sinn, denn in den meisten Ländern können wir so reichlich Fett von bereitwilligen Spendern bekommen, dass ich nicht erkennen kann, weshalb ausgerechnet dafür ein Schwarzmarkt existieren sollte."

Quelle: AP/can

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Polizei findet 37 Waffen im Haus des Täters

Nach Amokalarm in Memmingen

Polizei findet 37 Waffen im Elternhaus

Eine Woche nach dem Amokalarm an einer Memminger Schule hat die Polizei das Haus der Familie des jugendlichen Schützen durchsucht. mehr 

Es wird deutlich kühler

Sommerwetter hat ein Ende

Es wird deutlich kühler

In den kommenden Tagen soll es bei Temperaturen zwischen 8 und 15 Grad deutlich kühler werden. mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Nach Amokalarm in Memmingen

Polizei findet 37 Waffen im Elternhaus

Sommerwetter hat ein Ende

Es wird deutlich kühler

Mordfall Lena in Emden

Zwei Wochen Arrest wegen Lynchaufrufs

Prozess in Münster geplatzt

Tödlicher Streit um Frauenarztbesuch

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Erdbebenopfer in Italien

Pfarrer will Madonnenfigur retten und wird erschlagen

Beim jüngsten Erdbeben in Norditalien ist ein Pfarrer von Kirchentrümmern erschlagen worden, als er gerade die Madonnenfigur aus seiner beschädigten Kirche retten wollte. mehr

 

Afghanin verliert nach Angriff Baby

Mann wollte schwangerer Ehefrau Zunge abschneiden

 

Höchstes britisches Gericht

Assange darf ausgeliefert werden

 

Papst äußert sich erstmals zu "Vatileaks"

"Habe Vertrauen in meine engsten Mitarbeiter"

 
 
Top-Services