| 19.09 Uhr

Ein Tag vor Papstbesuch
Mindestens 52 Tote bei Gefängnisrevolte

Mexiko: Mindestens 52 Tote bei Gefängnisrevolte
Angehörige der Insassen wollten vor dem Gefängnis Auskünfte und Lebenszeichen. FOTO: afp, ms
Mexiko-Stadt. Bei einer Gefängnisrevolte in Mexiko sind mindestens 52 Menschen ums Leben gekommen, zwölf weitere wurden verletzt - fünf davon lebensgefährlich. Die Revolte ereignete sich einen Tag vor dem Besuch von Papst Franziskus in Mexiko. 

Bei einer von einem Drogenkartell angezettelten Gefängnisrevolte in Mexiko sind mindestens 52 Menschen getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, fünf von ihnen lebensgefährlich, teilte der Gouverneur des Staates Nuevo León, Jaime Rodríguez, am Donnerstag mit. "Wir erleben eine Tragödie", sagte er. Am Freitag wird Papst Franziskus zu einem mehrtägigen Besuch in Mexiko erwartet.

Der Kampf zwischen zwei verfeindeten Häftlingsgruppen im Topo-Chico-Gefängnis der nordmexikanischen Stadt Monterrey begann vor Mitternacht. Eine Gruppe sei von einem ranghohen Mitglied des Zeta-Kartells angeführt worden, sagte Rodríguez. In Lagerräumen wurden Feuer gelegt.

Erst um 01.30 Uhr beendeten Bundes- und Bereitschaftspolizisten den Aufstand. Niemandem sei die Flucht gelungen, sagte der Gouverneur. Bei allen Opfern handele es sich um Männer. Ob auch Gefängnismitarbeiter darunter waren, wie verschiedene Medien berichteten, blieb aber offen.

Besorgte Angehörige waren noch vor Sonnenaufgang zum Gefängnis geeilt und warteten verzweifelt auf Nachrichten. Einige warfen Steine auf die Polizisten, die den Eingang zum Gefängnis bewachten. Über dem riesigen Komplex hing eine dichte Rauchwolke.

Mexikos Gefängnisse sind chronisch überfüllt und wegen der häufigen Gewaltexzesse berüchtigt. Gouverneur Rodríguez machte die unzumutbaren Haftbedingungen am Donnerstag mit für die Revolte verantwortlich. Die von Präsident Enrique Peña Nieto angekündigte Reform des Strafvollzugs wurde bislang nicht in die Tat umgesetzt. Der Ausbruch von Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán aus einem vermeintlichen Hochsicherheitsgefängnis im vergangenen Juli hatte das ganze Justizsystem erschüttert.

Die jüngste Tragödie ereignete sich nur einen Tag vor dem Mexiko-Besuch von Papst Franziskus. Der Argentinier will sich ab Freitag eine Woche lang in dem zentralamerikanischen Staat aufhalten. Auf seinem Programm steht der Besuch eines besonders berüchtigten Gefängnisses in der nördlichen Grenzstadt Ciudad Juárez, die Fest im Griff der Drogenkriminalität ist.

(AFP)
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