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Thailand: Milde Strafe für Kinderschänder

zuletzt aktualisiert: 15.08.2008 - 12:59

Bangkok (RPO). Der kanadischer Kinderschänder, der im vergangenen Jahr mit Hilfe entschlüsselter Digitalfotos gefasst wurde, muss in Thailand für nur drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das ursprüngliche Strafmaß wurde halbiert. Kinderschützer kritisierten das Urteil als zu milde.

Mit Hilfe dieses entschlüsselten  Foto: INTERPOL, AFP
Mit Hilfe dieses entschlüsselten Foto: INTERPOL, AFP

Ein Gericht in Thailands Hauptstadt Bangkok befand am Freitag Christopher Paul Neil der Entführung sowie des sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungen für schuldig. Das Strafmaß von sechs Jahren und sechs Monaten wurde aber halbiert, weil Neil sich geständig zeigte.  Der 33-Jährige muss sich einem weiteren Verfahren wegen Missbrauchs eines Neunjährigen, dem Bruder des ersten Opfers, verantworten.

Neil wurde außerdem zur Zahlung einer Geldstrafe von 60.000 Baht (1200 Euro) verurteilt. Er äußerte sich nicht, als er in Handschellen und orangefarbener Häftlingskleidung aus dem Gerichtssaal geführt wurde, lächelte aber den Journalisten zu. Neils Übersetzer Seros Mia sagte, der Angeklagte werde das Urteil akzeptieren.

Der aus einem Vorort der westkanadischen Stadt Vancouver stammende Englischlehrer muss seine Haftstrafe in Thailand absitzen. Danach droht ihm die Auslieferung an andere asiatische Länder, wo er möglicherweise auch Kinder missbrauchte.

Neil war im Oktober im Nordosten Thailands festgenommen worden. Er konnte identifiziert werden, nachdem Interpol ihn mit Hilfe von Fotos zu weltweiten Fahndung ausgeschrieben hatte. Grundlage dafür waren rund 200 von Neil selbst ins Internet gestellte Bilder, auf denen er mit Jungen aus Vietnam und Kambodscha zu sehen war.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte das auf den Fotos digital verzerrte Gesicht des mutmaßlichen Täters rekonstruiert. Nachdem Interpol ein Fahndungsfoto veröffentlicht hatte, gingen hunderte Hinweise bei den Ermittlern ein.

Thailändische Beobachter kritisierten das Urteil vom Freitag als zu milde. "Er sollte strenger bestraft werden, weil er sich an einem Kind vergangen hat", sagte Sudarat Sereewat von der Organisation Kampf gegen Kinderausbeutung, die gegen Sexhandel und Pädophilie vorgeht. Andere Organisationen begrüßten das Urteil jedoch als positives Zeichen dafür, dass Thailand sich bemühe, seinen zweifelhaften Ruf als sicherer Hafen für Pädophile und andere Kriminelle zu bekämpfen.

Quelle: afp

 
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