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Flugzeugabsturz
Militär zeigt Trümmerteile der Egypt-Air-Maschine

Militär zeigt Trümmerteile der Egypt-Air-Maschine
Eines der Bilder, das am Samstag verbreitet wurde. FOTO: ap
Kairo. Das ägyptische Militär hat erste Aufnahmen von Trümmern der abgestürzten Egypt-Air-Maschine veröffentlicht. Die Fotos zeigen Wrackteile des Flugzeugs, Sitze und Schwimmwesten sowie persönliche Gegenstände.

Am Freitag hatte das Militär die ersten Trümmerteile sowie Opfer rund 290 Kilometer vor der ägyptischen Küste geortet. Der Flug MS804 war in der Nacht zum Donnerstag mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem Mittelmeer abgestürzt.

Ägypten: Flugzeug über dem Mittelmeer abgestürzt FOTO: dpa, tmk

Franzosen bestätigen Meldung über Rauch an Bord

Die französische Luftfahrbehörde bestätigte, dass kurz vor dem Unglück Rauchalarm an Bord gab - das zeigen automatisch übermittelte Daten. Doch Experten warnen vor voreiligen Schlüssen zur Unglücksursache. Der Rauch sei aus dem Toilettenbereich im vorderen Teil der Maschine gemeldet worden, sagte eine Sprecherin der französischen Behörde für Sicherheit der zivilen Luftfahrt BEA am Samstag in Paris. Dieser befindet sich bei Maschinen dieses Typs in direkter Nähe des Cockpits. Die Absturzursache sei aber noch unklar, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault. Die Flugschreiber könnten Aufschluss über die Ursache geben - sie sind aber nach wie vor verschollen, wie es aus dem ägyptischen Luftfahrtministerium hieß.

Unglücke und Anschläge in Ägyptens Flugverkehr

Vor dem Absturz des Flugs MS804 habe das ACARS-System des Flugzeugs eine Rauchmeldung gesendet, hieß es von der BEA. ACARS ist ein digitales Datenfunksystem zur Übermittlung von automatischen Nachrichten zwischen Flugzeugen und Bodenstationen. Ein Rückschluss auf die Ursache des Unfalls ist der BEA zufolge damit nicht möglich. Dazu müssten die Flugschreiber gefunden und ausgewertet werden. Es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt und keine Möglichkeit ausgeschlossen, sagte der französische Außenminister Ayrault.

Politiker informieren die Familien der Opfer

Flugzeugunglücke seit 2001

Ayrault traf am Samstag in Paris rund 70 Angehörige der Passagiere und informierte sie über den aktuellen Stand der Suche. In Kairo trafen auch der ägyptische Luftfahrtminister, Scherif Fathi, und die Ministerin für soziale Solidarität, Ghada Wali, Familien der Opfer. Hinweise auf Überlebende gibt es bislang nicht. An Bord der Maschine waren vorwiegend Ägypter und Franzosen; Deutsche saßen der Fluggesellschaft zufolge nicht in dem Airbus.

Die Egyptair-Maschine war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Suchmannschaften des ägyptischen Militärs bargen am Freitag erste Trümmerteile. Auch Opfer und persönliche Gegenstände wurden rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria gefunden.

Die Suche wurde am Samstag fortgesetzt. Die für die Aufklärung der Absturzursache wichtigen Flugschreiber sind aber bis zum Nachmittag weiterhin nicht gefunden worden, wie es aus dem ägyptischen Luftfahrtministerium hieß. Zuvor hatte das ägyptische Militär erste Bilder der geborgenen Trümmerteile veröffentlicht. An der Suchaktion sind neben Ägypten auch Griechenland und Frankreich beteiligt.

Alarm soll aus Toilettenbereich gekommen sein

Das Expertennetzwerk "Aviation Herald" veröffentlichte einen Auszug des Datenfunksystems ACARS, das den Rauchalarm aufgezeichnet hatte. Die Daten deuten auf ein plötzlich auftretendes Ereignis im rechten vorderen Bereich des Flugzeugs hin. Innerhalb kurzer Zeit seien auch Sensoren an Fenstern auf der rechten Seite, unter anderem im Cockpit, aktiviert worden. Eine Minute nach dem Rauchalarm an der Toilette registrierte das System außerdem Rauch an der Bordelektronik, die sich unter dem Cockpit befindet.

Die Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass der Störfall im Inneren des Flugzeuges auftrat. Als letzte Nachricht schickte das ACARS-System einen Hinweis auf den Ausfall eines Steuerungssystems.
Das geschah um 2.29 Uhr Ortszeit - Momente, bevor der Flug MS804 vom Radar verschwand.

(dafi/csi/dpa)
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