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panorama iran Isfahan atomanlage AFP
  Foto: AFP, AFP
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Geheimdienste beraten über Irans Atombombe: Militärschläge oder Cyberattacken?

zuletzt aktualisiert: 10.01.2011 - 13:21

Berlin/Washington/Teheran (RPO). Wie könnte der befürchtete Bau iranischer Nuklear-Sprengköpfe verhindert werden? Diese brisante Frage wurde am Montag gleichermaßen von Vertretern westlicher Geheimdienste in Berlin und Washington gestellt, nachdem Teheran am Wochenende einen wesentlichen Fortschritt in seinem, wie es behauptete, zivilen Atomprogramm verkündet hat.

Der Westen, insbesondere Israel, sind überzeugt, dass die Iraner "auf dem schnellen Weg zur Atombombe sind".

Der Chef des iranischen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, hatte am Samstag mitgeteilt, Iran sei es in der Anreicherungsanlage Natans 300 Kilometer südlich von Teheran gelungen, in eigener Regie Kernbrennstäbe zu produzieren.

Der Westen war bisher der Meinung, dass die Iraner nicht über die dafür notwendigen technischen Fähigkeiten verfügten. Die Herstellung von Brennstäben wird von Experten als ein "elementarer Schritt" in der Brennstoffkette der zivilen Anwendung der Atomkraft angesehen. Der Produktion von Brennstäben geht die Urananreicherung voraus.

Die Urananreicherung stand bisher immer im Mittelpunkt des Streits um das Atomprogramm des Iran. Angereichertes Uran kann zivil, aber auch zum Bau von Atombomben genutzt werden. Die jetzigen Fortschritte im iranischen Atomprogramm werden von Angehörigen der CIA und ihren Geheimdienstpartnern als ein "neuer entscheidender Schritt zum Bau der Nuklearbombe" gewertet.

CIA-Direktor Leon Panetta gab schon seit geraumer Zeit zu bedenken, dass die vom UN-Sicherheitsrat und vom US-Kongress immer wieder verhängten Sanktionen gegen Iran das Land nicht davon abhalten können, eine A-Bombe zu bauen. Panetta hatte wissen lassen, "dass es in etwa zwei Jahren soweit sein könnte".

Israel, eines der ärgsten Feinde Teherans, hat nie den geringsten Zweifel daran gelassen, dass es den Bau einer iranischen Atombombe nicht dulden werde. Ein CIA-Mann sagte der Nachrichtenagentur dapd in Washington, niemand, auch nicht US-Präsident Barack Obama, werde Israel stoppen können, "mit allen Mitteln" gegen Iran vorzugehen, wenn es sich durch eine iranische Atombombe in seiner Existenz bedroht fühle. Die Israelis würden zwar ihre westlichen Verbündeten wissen lassen, "was sie gegen Iran zu tun gedenken". Aber Einsprüche gegen sein Vorgehen gegen Iran würden in Tel Aviv "mit Sicherheit verhallen", meinte der US-Geheimdienstexperte.

Viren effektiver als Bomben

Vertreter westlicher Geheimdienste sehen mehrere Möglichkeiten zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. Zur Debatte stünden vor allem zwei entscheidende Optionen: Entweder müsse gegen den Iran mit Militärschlägen gegen seine Atomanlagen oder mit Cyberattacken, mit Computerviren, vorgegangen werden, die die iranische Urananreicherung stören, durcheinanderbringen oder vernichten könnten. Der Sicherheitsexperte Arne Schönbohm wies darauf hin, dass mit Cyberattacken, mit einer Schad-Software, die Handlungsfähigkeit von Einrichtungen schwerer beeinträchtigt werden kann als durch Raketenangriffe und gezielte Bombenschläge.

So horchte die Welt im vergangenen Sommer auf, als bekannt wurde, dass ein Computerschädling, der sogenannte "Stuxnet-Virus", der aus dem Nichts kam, die iranische Anreicherungsanlage Natans befallen hatte. Nach Geheimdienstberichten hatte "Stuxnet" mehrere tausend Uran-Zentrifugen zerstört.

Die iranischen Wissenschaftler mussten eingestehen, dass sie "machtlos" dem "Stuxnet"-Wurm gegenüberstanden. Selbst der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte: "Unsere Feinde haben es geschafft, Probleme bei einer begrenzten Anzahl unserer Zentrifugen zu verursachen, mit einer Software, die sie in elektronischen Bauteilen installiert hatten." Bis heute ist nicht bekannt, welcher Geheimdienst "Stuxnet" eingeschleust hat.

Spezialbomben an Israel

Die andere Möglichkeit, mit Militärschlägen die zahlreichen Nuklearanlagen zu zesrtören, in denen Iran nach Vermutung der Geheimdienste versuchen könnte, Uran heimlich so hoch anzureichern, dass es für den Bau einer Atombombe geeignet ist, wird als "sehr schwierig" eingeschätzt. Aus Kreisen des israelischen Geheimdienstes Mossad war zu erfahren, dass eine "militärische Variante durchaus in Erwägung gezogen wird". Die USA haben nach Presseberichten den Israelis bereits mehrere hundert Spezialbomben zur Verfügung gestellt.

Vertreter des Mossad wiesen dapd auf die Exempel hin, die Israel schon in zwei Fällen statuiert hat. Im Juni 1981 flogen in aller Heimlichkeit israelische Kampfbomber in den Irak und zerstörten den Osirak-Reaktor des Diktators Saddam Hussein. Beim zweiten Mal vernichtete Israel mit einer geheimen Kommandoaktion am 6. September 2007 in Syrien eine Atomanlage, die das Land zusammen mit Nordkorea bauen wollte.

Quelle: DDP/csr

 
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