Kopenhagen: 150 Festnahmen: Militante Umweltschützer setzen Barrikaden in Brand
zuletzt aktualisiert: 15.12.2009 - 06:40Kopenhagen (RPO). Militante Umweltschützer haben in Kopenhagen am Montagabend brennende Barrikaden außerhalb der alternativen Siedlung Christiania errichtet. Auf dem Dach der Oper in Sydney kam es dagegen zu friedlichen Protesten.
Polizisten, die die Flammen i Kopenhagen löschen wollten, wurden mit Molotow-Cocktails angegriffen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.
Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein und nahm nach eigenen Angaben "zwischen 150 und 200 Menschen" fest. Zahlreiche dänische und ausländische Umweltaktivisten hatten zuvor an einem Fest auf dem Gelände des Christiania-Geländes teilgenommen.
Christiania entstand Anfang der 1970er Jahre im Kopenhagener Stadtteil Christianshavn auf einem ehemaligen Kasernengelände, wo sich Aussteiger und Künstler niederließen. Christiania wurde zum Inbegriff der dänischen Hippiekultur und Anziehungspunkt für Touristen. Heute leben dort mehrere hundert Menschen.
In den vergangenen Jahren gingen die Behörden verstärkt gegen die Bewohner vor. Bei Protesten gegen Polizeieinsätze und den Abriss sowie die Räumung von Häusern in Christiania kam es wiederholt zu Straßenschlachten.
Protest in Sydney
Aus Protest gegen die zähen Verhandlungen auf dem Kopenhagener Weltklimagipfel haben Umweltaktivisten auf dem Dach der Oper von Sydney ein Spruchband angebracht. Sie kletterten in Bergsteigerausrüstung auf einen der segelförmigen Dachflügel.
Auf dem Spruchband stand "Stop the Politics, Climate Treaty now" ("Schluss mit der Politik, Klimaabkommen jetzt"). Nach zwei Stunden beendete die Polizei die Aktion und nahm fünf Aktivisten - drei Männer und zwei Frauen von der Umweltschutzorganisation Greenpeace - fest.
Die Greenpeace-Vorsitzende in Australien, Linda Selvey, sagte zu der Aktion, die Staats- und Regierungschefs seien in Kopenhagen mehr auf Politik als auf ein Ergebnis aus, "das wir für den Planeten brauchen".
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